Version 17.6.2015

70 Jahre Ende des 2. Weltkrieges , 40 Jahre Ende des Vietnamkrieges, - das Grauen ist menschheitsbegleitend.

Ich will hier an die beiden Ereignisse erinnern und enthalte mich vorläufig weiterer Kommentare, da diese im gegenwärtigen Deutschland als nicht politisch korrekt angesehen werden könnte. Immerhin hat die Diskussion um „Völkermord“ der Türken durch den gegenwärtigen deutschen Präsidenten Gauck das Augenmerk auf andere historische und jetztzeitige Verbrechen gegen die Menschheit gelenkt. Derer gibt es noch zahlreiche, die nie gesühnt wurden und für die keine Gedenktage eingerichtet wurden.

 

http://www.voelkermord.info/

 

Deutschland und die deutsche Bevölkerung hat für seine Verbrechen gesühnt und gedenkt derer bis in unsere Tage in der 4. Nachkriegsgeneration,- gerade jetzt zum 70. Jahrestag des Endes dieser grauenvollen Zeit.

 

Und es geht fast täglich weiter mit der „Busse“ über vergangene deutsche Verbrechen,- auch da sind wir „Weltmeister“.

 

http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-im-sz-interview-gauck-regt-wiedergutmachung-fuer-kriegsverbrechen-in-griechenland-an-1.2461218

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-verbrechen-an-herero-und-nama-dieser-schritt-ist-unvermeidlich-1.2459981

 

jetzt auch noch die Lasten des russischen Krieges:

 

http://www.n-tv.de/politik/Gauck-gedenkt-sowjetischer-Kaempfer-article15048766.html

Katyn ist nicht gesühnt:

http://www.sueddeutsche.de/politik/nuernberger-prozesse-wie-das-massaker-von-katyn-aus-der-anklage-verschwand-1.2443107

Es ist schon fast bedrückend zu sehen, wie wir uns in gerechtfertigter „Schuld“ verstricken und um uns herum und historisch geschieht nichts dergleichen.

z.B. auch jetzt:

http://www.sueddeutsche.de/politik/nuernberger-prozesse-wie-das-massaker-von-katyn-aus-der-anklage-verschwand-1.2443107

Immerhin gedenken auch andere Völker der Verbrechen am eigenen Volk:

 

Ich bezweifle die „Wirkung“ solcher gesellschaftlicher und „vorbildlicher“ deutscher Tugend. Wir erhoffen uns damit ein Recht, andere Verbrechen (siehe: http://www.voelkermord.info/) anklagen zu dürfen.

 

Die Weltgeschichte geht früher und gegenwärtig gerade in allen Kontinenten über die Verbrechen hinweg und ich werde weiter unten mein Denken dazu ausführen im Kommentar zu Vietnam, „Apokalypse Now“ und der zu Grunde liegenden Novelle von J. Conrad.

 

 

Also: Ein erst nur kurz zurückliegendes Verbrechen ist damals , vor 40 Jahren, im Vietnamkrieg geschehen, der am 30.4.1975 endete.

 

Am 30.4.2015 berichtete eine Doku im MDR 23.10 h „Apokalypse Vietnam“ über den schrecklichen Einsatz von „Agent Orange durch die USA. Des Endes dieses Grauens vor 40 Jahren wurde dieser Tage mit dem Ende des Vietnamkrieges gedacht.

In der dritten Generation seit diesem Verbrechen leiden vietnamesische Kinder an genetischen Schäden. Die Bilder, welche die Sendung zeigte sind entsetzlich.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange

 

Auch der Einsatz von Napalmbomben hat schwerste Schäden an der Zivilbevölkerung hervorgerufen.

 

 

Für die vererblichen Verbrechen am vietnamesischen Volk durch Agent Orange und Napalm sollte die UNO ebenfalls einen Prozess gegen die Verantwortlichen einleiten, aber das wird nicht geschehen. Geschichte ist eine Geschichte von Macht und Allmacht,- deswegen.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg

http://www.aref.de/kalenderblatt/mehr/vietnamkrieg_mehr.htm

 

Am 1. Mai 2015 strahlte der WDR eine bearbeitete Vollversion des Filmes: „Apocalypse Now Redux „(AR), aus. Der Film basiert auf der Novelle von Joseph Conrad: „Herz der Finsternis“. Immerwieder beschreibt Conrad das "Grauen".

Conrad selbst schreibt einen für mich und mein biologisches Denken bedeutenden Kommentar zu der Novelle einem Brief an Robert Cunningham Graham im Jahre 1899:

„Der Mensch ist ein bösartiges Tier. Seine Bösartigkeit muss organisiert werden. Das Verbrechen ist eine notwendige Bedingung der organisierten Existenz. Die Gesellschaft ist ihrem Wesen nach kriminell, sonst würde sie nicht existieren. Der Egoismus rettet alles absolut alles –, was wir hassen, was wir lieben. Und alles bleibt so, wie es ist. Ebendies ist der Grund, warum ich die extremen Anarchisten achte. ‚Ich erhoffe die allgemeine Ausrottung‘ – sehr gut. Das ist gerecht, und, mehr noch, es ist klar. Wir gehen mit Worten Kompromisse ein. Es hilft uns auch nicht weiter. Es ist wie ein Wald, in dem niemand den Weg kennt. Man ist verloren, während man noch ruft: ‚Ich bin gerettet!‘“

 

Immerhin gedenken aus andere Völker ihrer Greueltaten. Die letzten Pol Pot Verbrecher standen in einem von der UNO initiierten Gerichtsverfahren vor Gericht.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Pol-Pots-Fuehrungszirkel-vor-Gericht/story/12771764

 

Bei diesen Überlegungen beschäftigt mich wieder die Frage, was ist gut und was ist schlecht in der menschlichen Gesellschaft?

Dazu habe ich auf einem Philosophenkongress in Hannover einmal die Frage formuliert:


" Was ist besser als was gemessen an was " ?

Eine Antwort darauf gab es bis heute von niemandem. Es braucht nach meinem jetzigen Denken keine Antwort mehr auf meine Frage, da sie ausserhalb der Naturwissenschaft unbeantwortbar ist. Eine Ethik der Messsysteme , die das "Bessere"  in der empirischen Welt des Bewusstseins des Menchen messen könnte, haben wir nicht. Als "Ausflucht aus dem Grauen" exisiert eine solche nur im "Prinzip Hoffnung“, für das es aber keine biologische Realität im Leben der Menschen gibt. Sie existiert nur als Fiktion des menschlichen Bewusstseins wie bei Nishida: "Über das Gute“.

Es gibt nichts Besseres, an dem man das "Bessere", was es eben im empirischen, nicht naturwisschaftlichen Leben der Menschen nicht gibt, messen könnte, - es bleibt nur eine Fiktion der Flucht aus dem Leiden, aus dem "Grauen". Darüber werde ich in meinem nächsten Beitrag" Meine Sicht der Welt " nachdenken.

Zurück zum Thema: Eine wie auch immer geartete „Wiedergutmachung und Sühne“ für das  "Grauen" im Leben der  Menschen ist Fiktion. Es gibt nur Fluchtwege für "Begünstigte"  in deren individuellem Leben, wenn man die Chance hat, solche ergeifen zu können,- ich zähle mich dazu.

Das aber ist die grösste biologische Ungerechtigkeit unter den Lebenden.

 

Ich bin nach wie vor überzeugt von meiner Theorie, dass der Mensch ein Produkt der biologischen Evolution des folgenden Prinzips in der Natur ist: “Fressen und gefressen werden“. Der stärkere siegt in der Evolution immer. Man kann das täglich in der Tierwelt in „natura“ sehen und Conrad hat das "Tier im Menschen"  und das Grauen daraus beschrieben.  In der Welt der Menschen gibt es für die Schwachen den Trost der Religionen für ein  „Leben nach dem Tod“  und den „Himmel“.

Die Deutschen haben aus ihrem „Grauen“ gelernt für eine Weile,- andere haben daraus nichts gelernt. Für den Rest der menschlichen Gesellschaft geht es weiter wie bisher.