“Des Teufels Party”

Titelt Prof. Peter Strasser seinen wertgeschätzten Beitrag in der NZZ.

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-wiederkehr-des-radikal-boesen-des-teufels-party-ld.89819

Ich habe zwar das „Ender Philosophie“ als Ganzes gemutmaßt:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/240-24-12-2015-das-ende-der-philosophie

Aber das „Denken“ von Peter Strasser über das radikal Böse bedenkt mich trotzdem. Nach Erkenntnissen des Milgram Experiments ist das „Böse“,-  ich nenne es das „Grauen“ (angelehnt and Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ jedem Menschen innewohnend. Als soziologisch interessierter Biologe bin ich der Meinung, dass dieses Phänomen a priori genetisch codiert ist, archetypisch, und offenbart nachdem die Menschen das „Paradies“ verlassen haben. Über Jahrtausende ist diese Codierung der epigenetisch modulierten Expression preisgegeben, passt sich immer und überall an die Welt der Menschen und jedes Menschen an.  Individuell, das stimmt wohl, wird es anpassend moduliert durch Edukation und Kultur, wie der zitierte Galton ausführt zum Guten wie zum Bösen. Dieses „Gute“ „ist für mich das Weltethos von Küngg, - das Weltgewissen. 

http://www.weltethos.org/

Das „Grauen“ bricht nach Kant, nach Strasser und für mich jeder Zeit, an jedem Ort und in jedem Menschen bei „passenden“ Umständen aus.

„Je abscheulicher Taten sind, desto weniger sind sie noch einer Alltagserklärung zugänglich“.

                                                                                                       

„Alltagserklärungen“ für das Unfassbare des Grauen, des Bösen,  gibt es meiner Meinung nach nicht, es erklärt sich nur evolutionsbiologisch und nur so ist es überhaupt fassbar in seiner scheinbaren „Unfassbarkeit“ .

Inzwischen leben wir mit diesem Teil des Menschseins durch beabsichtigte Gewöhnung in aller Öffentlichkeit, es ist nicht mehr wie bis noch vor wenigen Jahrzehnten versteckt. Jeden Tag, fast jede Sekunde, wenn man denn will, drängt es sich uns auf in der neuen Welt der sogenannten  Informationstechnologie der Medien. Selbst der sich „gut“ dünkende Mensch kann heute mitmachen, er kann das „Grauen“ spielen, dann scheint es Spiel zu bleiben, aber im Gehirn sinkt die Hemmschwelle der Perzeption und Bewertung dessen, was noch als Gewalt wirkt. Unsere Jugend wächst nunmehr damit auf und  gewöhnt sich an dieses verharmlosende Spiel. Die Frage bleibt, wann wird aus dem „Spiel“ Ernst?, - dann, wenn sich Gelegenheit bietet. Am rechten wie linken Ende der Gesellschaft, in Stadien und Camps. Die staatliche Gewalt wirkt ziemlich hilflos gegen die IT Giganten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fiktionale_Gewalt

In den kommenden Tagen kann  sich jeder  in die virtuelle Welt des Grauen einklinken ,- „einbrillen“ wie ich es nennen möchte, kann sich jeder die “Apokalypse Now“ nach Hause in die Heimlichkeit seiner versteckten  Veranlagungen holen.

Das Grauen ist zur Alltagsunterhaltung geworden. Erschreckende Männer, wie der deutsche „Professor“ Sebastian Thrun , den Claus Kleber im ZDF  entlarvend intervied  hat, sowie Ray Kurzweil bei Google stoßen die Pforten zum Grauen für jedermann weit auf bis es Allgemeingut wird, bis es jeder haben darf. Was Thrun und Kurzweil „Fortschritt“ und das „Bessere“ für die Menschen nennen, ist deren Bemächtigung des Perpetuum mobile für das Böse und Grauen mittels Genome Editing, synthetischer Biologie, Roboting  und der alle Lebensbereich durchdringenden  AI- Anwendungen. Mit dem „Besseren“ für die Menschheit wie in der Ethik des Weltgewissens festgeschrieben, hat das nichts zu tun. Es geht um den Urtrieb der Macht über Menschen und Milliarden im Silicon Valley, der heimlichen Hauptstadt der Erde und nichts hält das mehr auf. Zunehmend gibt es schon „Ableger“ z.B. in München.  

Kontrolle wie von Bostrom gefordert ist meiner Meinung nach Illusion.

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/228-evolution-jenseits-des-menschen

(Übrigens: was ist der allgegenwärtige „Tatort“  in unserer Gesellschaft anderes als uns öffentlich rechtlich an Grauen zu gewöhnen. )

Gelegentliche Ausflüge von Menschen, die solche Möglichkeiten haben,  in eine beschützte Welt des Guten, in Kultur, Kunst und Sport, werden zum Heimweh.