Synthetische Biologie

 

Ganz neu am 25.1.2017:

Die aufregendste Entdeckung unserer Trage: Neue künstliche Bausteine des Lebens, Erweiterung des genetischen Codes

Early Edition: Yorke Zhang, doi: 10.1073/pnas.1616443114 

Weiter:

Eine Einführung in synthetischer Biologie, einer  brisanten Forschungsrichtung gibt es im Folgenden:

https://www.synthetische-biologie.mpg.de/3036/was-ist-synthetische-biologie

https://www.synthetische-biologie.mpg.de/6491/dna-und-genom-herstellen

http://www.naturwissenschaften.ch/topics/synbio

Wie, wann und mit wem begann das? Es gibt einen wesentlichen Forscher hier, der aber für viele Teams weltweit steht: Craig Venter. Er hat vor 15 Jahren mit als erster das menschliche Genom sequenziert,- die „Sprache des Lebens“. Jetzt treibt er die „synthetische Biologie“ an, - das „Schreiben des Lebens“.

Für Venter lag es nahe, dass er ein Genom nach der Sequenzierung auch künstlich „produzieren“ eben synthetisieren wollte. Er hat 2010 in einer jahrelangen bahnbrechenden Arbeit über das Genom des 198 Megabasen großen Mycoides ICVI- syn 1.0 , das er synthetisch nachgebaut hatte, berichtet. Er hat es in eine Zelle eingeschleust, wonach sich daraus dasselbe Mykobakterium entwickelte, fähig sich fortzupflanzen. Das war wohl die erste synthetische Kopie von fortpflanzungsfähigem „Leben“.

Science 02. Jul 2010, Vol. 329, Issue 5987, pp. 52-56

   syn-1.0

Aber es war eben nur eine Kopie und keine Neosynthese, - darum ging es ihm eigentlich. Er wollte Leben ex novo „synthetisieren“. Manfred Eigen beschrieb „The Selforganization of Matter“ , Craig wollte die „Synthetische Organisation von Leben“ erreichen.

Deswegen ging er weiter. Der Weg von syn 1.0 über das Artefakt syn 2.0 war lang, denn er musste das Genrepertoire dieser früheren „Spezies“ auf das zum Leben minimale reduzieren und ein zum Leben fähige Genom synthetisieren zu können. . So entstand nach 6 Jahren Forschung syn 3.0 , die neue nicht kopierte , sondern voll synthetische  „Spezies“, die sich in einem Zeitraum von nur 3 Stunden selbst reproduzieren kann mit einem minimalen Gensatz von nur 473 Genen. Von diesem Gensatz ist aber noch eine ganze Anzahl funktionell unklar.

Synthetic microbe lives with fewer than 500 genes,Science News Mar. 24, 2016

http://www.scientificamerican.com/article/scientists-synthesize-bacteria-with-smallest-genome-yet/

     

syn 3.0

 

Nun verfügen wir über 2 brisante neue biogenetische Instrumente:

1. Das „Genome Editing“ (CRISPR cas 9 und weitere)

2. Die “Synthetische Biologie”

Das erstere, das Genome Editing, ist geeignet für Eingriffe in ein vorbestehendes Genom, um es zu variieren gemäß eigenen Vorstellungen zur Modifikation von existierendem Leben, also:

 „Veränderung von Leben“.  

Das Verfahren ist nutzbar für die Medizin. Darin wird große Hoffnung gesetzt, z. B. von Church für die Bekämpfung von Malaria. Aber es kann ganz einfach in jedem kleinen Biolabor genutzt werden auch für Eingriffe in das Genom von existierenden Pflanzen, Mikroorganismen und allen anderen Lebewesen bis hin zum Menschen. Ich habe beschrieben, dass es ein „Halten“ hier nicht mehr gibt trotz Ethikkonferenzen und Moratorien. Wir sind gespannt, was in naher Zukunft auf uns zukommen wird. „Alles ist möglich“ und wird möglich gemacht.

Der internationale Konsens der Asilomar Konferenz von 1975  und die daraus folgenden Gengesetze ist überholt. Die Konferenz in Washington im Dezember 2015 über Genome Editing endet als zögerliche Farce, hintere deren Rücken fleißig weiter am menschlichen Genom editiert wird.

Ich werde nicht müde zu beschreiben, dass man die Evolution der menschlichen Forschung ethisch und moralisch nicht aufhalten kann,- warum fehlt diese Einsicht der trostsuchenden Menschheit, die permanent hinters Licht geführt wird, denn noch immer? Warum gibt es keine öffentliche Opposition.

http://www8.nationalacademies.org/onpinews/newsitem.aspx?RecordID=12032015a

Das zweite, die „Synthetische Biologie“ geht noch weiter. Sie tagt im „Geheimen“. Sie will nicht nur verändern, sie will:

„Neuschöpfung von Leben“

Auch hier sieht sich die Menschheit erneut aufgerufen nachzudenken, Man tagt am 10. Mai 2016 an Harvard in Boston im Geheimen aus Angst vor dem was die Öffentlichkeit nicht mehr mitmachen würde.  150 „Eingeladene“ aus Wissenschaft, Pharmaindustrie, Anwälte, Investoren und Politik treffen sich zu einem Geheimreffen.   Ich sehe es als eine Katastrophe, dass die Organisatoren sich nicht trauen über eine synthetische „bessere“ Menschheit öffentlich zu sprechen. Allen voran George Church. Er ist einer der besten Forscher mit ungeheurem Forschungsdrang und Erfolg. Er ist enthusiastisch und grenzenlos, was man sicher auch bewundern muss, denn er beschleunigt die biogenetische Forschung auf allen Gebieten.

http://arep.med.harvard.edu/

 

„Was ist besser als was, gemessen an was“? – die Grundfrage meines Denkens.

http://www.nytimes.com/2016/05/14/science/synthetic-human-genome.html?_r=0

Es wäre gar nicht herausgekommen, wenn nicht  Drew Endy and Laurie Zoloth beide auf dem Gebiet der synthetischen Biologie ihre Teilnehme abgesagt hätten, weil sie mit der Geheimnistuerei in einer für die Menschheit wichtigen Angelegenheit nicht einverstanden waren.

https://cosmosmagazine.com/society/should-we-synthesise-human-genome?version=meter+at+1&module=meter-Links&pgtype=article&contentId=&mediaId=&referrer=http%3A%2F%2Fwww.google.ch%2Furl%3Fsa%3Dt%26rct%3Dj%26q%3D%26esrc%3Ds%26source%3Dweb%26cd%3D1%26ved%3D0ahUKEwieiuPZtvLMAhUIMBoKHdcxASwQFggmMAA%26url%3Dhttp%253A%252F%252Fwww.nytimes.com%252F2016%252F05%252F14%252Fscience%252Fsynthetic-human-genome.html%26usg%3DAFQjCNFzFLXNX8nTSQHSWnlE_-VIZx9c-Q%26bvm%3Dbv.122676328%2Cd.d2s&priority=true&action=click&contentCollection=meter-links-click

 

Zusammenfassung:
Ich denke, das „Genome Editing“ ist geeignet für medizinische Belange bei Erbkrankheiten, Stoffwechselstörungen, Herz/Gefäss-,Skelett/Muskel- und kognitive Störungen ebenso wie  Infektionskrankheiten, wo man mit Genmodifikationen „Krankhaftes“ reparieren kann.

Das ist die vordergründige Forschungsaktivität für die allgemeine Gesellschaft.

Dahinter wird aber an der Modifikation von Menschen gearbeitet nach bestimmten Zielvorstellungen für deren „Zweck und Nutzen“ in bestimmten Umgebungen und Verfügbarleiten. Daran wird gearbeitet. „Designer Baby“ ist in der Trivialliteratur ein Thema.

Ich habe aber auch auf anderen Missbrauch hingewiesen.

http://hesch.ch/news/don-t-like/227-genome-im-eigenen-labor-editieren-das-grauen-der-neuen-schoepfung

Die „Synthetische Biologie“ des menschlichen Genoms hat anderes im Sinn. Hier geht es um die komplette „Neuschöpfung“, das Design von Leben, von Menschen ex ante.

Das darf nicht im Geheimen geplant werden. Wenn die Menschheit sich neu schafft, dann sollte sie dabei ein, - wie auch immer. Aufhalten wird man das nicht mehr, wie ich es schon bei dem Fortschreiten der AI beschrieben hatte:

http://hesch.ch/news/don-t-like/251-the-ai-revolution-23-5-2016-nick-bostrom-schizophrenie-aus-oxford