Gott in Harvard. Offener  Brief an Martin Nowak

 

Geehrter Herr Kollege Nowak,

Ich war in ähnlichen Wissenschaftsgebieten tätig wie Sie und habe Ihre herausragende wissenschaftliche Tätigkeit mit großem Interesse verfolgt.

s://de.m.wikipedia.org/wiki/Martin_A._Nowak#Arbeit

Dann habe ich Ihr Interview in der Zeit gelesen und bin erschrocken:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/01/glauben-religion-physik-widerspruch-katholizismus-martin-nowak/komplettansicht

 

Sicher stimmen Sie mit mir überein, dass die abendländische Gesellschaft zu ihrem vernünftigen Zusammenleben sich dessen bedient, was ich „metrische Kommunikation“ genannt habe. D.h. wir können uns nur wahrhaftig in unserer Realität darüber konfliktfrei verständigen, was messbar ist und im Experiment gegebenenfalls falsifizierbar.  Darauf beruht unsere gesamte abendländische Wissenschaft. In dieser Wissenschaft haben Sie nach denselben Prinzipien gearbeitet und Wesentliches zum Erkenntnisschatz beigetragen.

Nun kommen Sie, wie schon mancher Wissenschaftler daher und meinen neben Ihrer realen Wissenschaftserkenntnis noch Metphysisches von sich geben zu müssen, was umso fataler ist, als diese Ihr Privatleben betreffenden Äußerungen dem Leser quasi wissenschaftlich daherkommen.

Es ist fatal, wenn ein anerkannter Wissenschaftler sich zu „Gott“ bekennt und damit diesem privaten Bekenntnis quasi qua personam eine wissenschaftliche Verbindlichkeit gibt und dem, was mit solchem Bekenntnis an Grauen den Menschen zugeführt eine Rechtfertigung. Sie wollen das vielleicht nicht so gemeint haben. Sie versteigen sich dazu: „

Ohne Gott gäbe es kein Universum, keine Biologie, keine Evolution“.

 

 

Nun also zum Eigentlichen: Zu Gott.

Sie werden mir nicht widersprechen können, dass es Gott ohne die Menschen überhaupt nicht geben würde, umgekehrt ist das nicht so.

http://hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/175-bye-bye-gott-die-geschichte-von-gott-und-dem-neuen-leben-auf-der-erde

Gott, um es schlicht zu sagen, ist eine „Erfindung“ der Menschen. Gott ist ein Gegenentwurf zu der dem Menschen durch die Evolution aus dem Tierreich vermittels des Bewusstseins eingegebenen Fähigkeit, zu erleben, dass er sich selbst und der Natur Gewalt antut und nicht zu wissen konnte und wird, wie, wann und wodurch das alles entstanden ist. Die Suche nach dieser Wahrheit und dem „Sinn“ seines als vergänglich erlebten Lebens hat ihn „Gott“ erfinden lassen. Gott ist für Sie die „endgültige Wirklichkeit“, - schon sprachlich ein Unsinn, denn Wirklichkeit, die Sie als Wissenschaftler beforschen, ist nicht metaphysisch.

Vermittels des „Bewusstseins“ hat nur der Mensch die biologische Fähigkeit sich, die Welt und das All „erkennen und verstehen“  zu wollen. Das wissen gerade Sie ganz gewiss.  Nur der Mensch leidet an dieser Fähigkeit und möchte aus eben dieser Erkenntnis sich und die Welt verbessern.   Aus dem Erlebnis dieses Leides hat er Zuflucht zur Imagination von Gott gesucht.

Gott war nicht vor dem Menschen da. Er ist durch den Menschen sozusagen auf die Welt und ins Weltall gekommen und er ist auch nicht durch Mathematik, wie Sie sagen, annäherungsweise berechenbar geworden.

„Was Gott von uns will, ist auch ein Grundprinzip der Natur“,- was eine Hybris „ Gottes Willen“ wissen zu wollen und das als Harvard Professor den suchenden Menschen als Wahrheit  der Evolution, mit der Sie sich ja beschäftigen , aufzutischen.

„„Gott liebt unbedingt, egal, ob ein Mensch glaubt oder nicht.“

Was eine weitere Hybris zu „wissen und kundzutun“ was und dass Gott liebt?

 Man wird Gott nie “ finden“, er ist eine Fiktion des Glaubens. Dagegen wäre eigentlich nichts zu sagen.

Nur das „Für Wahr“ halten und dessen Durchsetzen gegen jede wirkliche Vernunft in unterschiedlichen „Glaubensbekenntnissen“ ist die endlose Katastrophe der Menschheit auf der Erde.

In einer wissenschaftlichen Welt sollte er nur als eine intime Fiktion im Privatleben einzelner Menschen, auch in Ihrem seit dem Kinderleben, vorkommen, aber er hat kein Primat auf Existenz und gar Wirkkraft in der Gesellschaft der Menschen.

Jedenfalls hat der Glaube an Gott bisher nur das „Grauen“ im Leben der Menschen verursacht und begleitet. Der Glaube eines Wissenschaftlers

„Ich glaube an Gott, ich bin von der Existenz Gottes überzeugt“.

Existenz ist etwas „Seiendes“, also das Vorhandensein von etwas, das griechische Wort existemibedeutet eigentlichen räumlich vorhanden sein. In diesem Sinne gibt es keine Evidenz von Gott.