Sind genregulierte Samen und Pflanzen überhaupt genehmigungs- und deklarationspflichtig, sind sie „fremd“ und gefährlich?

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Beschluss des Landwirtschaftsministeriums der USA:

http://www.usda.gov/wps/portal/usda/usdahome

 

Nature, 14. April 2016

Gene-edited CRISPR mushroom escapes US regulation

A fungus engineered with the CRISPR–Cas9 technique can be cultivated and sold without further oversight.

Danach unterliegt der von Yinong Yan , einem Pflanzenbiologen der Pennsylvania Universität , mit CRISPR genmodifizierte Pilz keinerlei Überwachung und wird als „natürlich“ betrachtet. Yan hat 6 Gene der Polyphenoloxidase inaktiviert, einem Enzym, welches für die verderbliche Braunfärbung der Pilze verantwortlich ist. Damit ist das Enzym um 30 % weniger aktiv und die Pilze länger genießbar.

 

                     

 

 

 

Es gab schon zuvor mehrere durch CRISPR veränderte Gene in Pflanzen und Samen, die kontrovers diskutiert wurden. Aber dieser Beschluss wird einiges über das, was wir bisher zu genmodifizierten Samen und Pflanzen beachten müssen, ändern.

Die neue Bewertung beruht darauf, dass im neuen genmodifizierten Pilz kein genetisches Material eingeführt wurde oder eine fremde DNA. Auf diese Weise dürfte dieser Pilz keine negative Auswirkung auf anderen Pflanzen haben und deswegen nicht reguliert werden müsse.

CRISPR wird also eine völlige neue Pflanzenbiologie in unsere Welt bringen, indem die natürlichen Gensequenzen editiert werden ohne „fremdes „Material einzufügen. Im Prinzip ist das nur eine „zielgerichtete Beschleunigung“ der bisherigen Zuchtverfahren, die durch „auslesende Züchtung“ und größerem Aufwand und Fehlern dasselbe erreichen wollen und erreicht haben.

Ich verstehe daher den Aufschrei und die Aktionen von Greenpeace und ähnlichen Kongregationen nicht.

 

Zuvor anders war dies bei Samen, in welche „harmlose“ DNA von Bakterien eingeführt wurde, die sie resistent gegen Dürre oder Pflanzenschädlinge machen solle. Über mögliche Gefahren dieser Verfahren kann man trefflich streiten, aber darauf will ich nicht mehr eingehen, sondern mich ganz auf die Möglichkeiten von CRISPR konzentrieren.

Ich werde im Folgenden erörtern, wie CRISPR schon genutzt wird, um in Samen bestimmte genetische Editionen durchzuführen. Beispiele werden Weizen, Reis, Soja Bohnen, Hirse, Orangen und Tomaten sein. Dabei geht es vorwiegend um Schädlingsresistenz, und Schutz vor verderbenden enzymatischen Fäulnisprozessen. Wesentlich auch darum Pflanzen gegen Dürre zu schützen, was angesichts von klimatischen Veränderungen und verheerenden Ernteverlusten eines der bedeutenderen Ziele dieser Forschung ist.

 

 Daran anschließend erörtere ich, wie Pflanzen effektiver in der Herstellung von Zuckern und Eiweiß genutzt werden können und, interessant, wie sie eine größere O2- Produktion aus CO2 bewerkstelligen können.