Smart City  Smart Netoid

 

Ich habe kürzlich über Megacities und Gigacities geschrieben:

http://hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/208-googloide

http://hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/214-unternehmen-werden-staaten

http://hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/216-nachtrag-2-netoide-sie-erheben-sich-ueber-klassische-staaten

http://hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/215-unternehmen-als-evolution-neuer-staatsformen

 

Dazu habe ich mich mit der biosozialen Evolution des Menschen beschäftigt.

http://hesch.ch/news/powerpoint-praesentationen/115-epigenetics-and-megacities-vortrag

Diesen Gedanken kann man nun eine schon existierende neue Realität hinzufügen:

Die Smart City:

Lassen Sie sich einführen in die Stadt Songdo:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/New_Songdo_City

Songdo ist nicht nur eine komplett neu auf Ödland in Südkorea gebaute artifizielle Stadt, sondern sämtliche  Gebäude, Einrichtungen und  Menschen sind komplett in ein Kontrollnetzwerk integriert.

Ich zitiere:

„Songdo City verwirklicht schon viele Elemente einer vernetzten Smart City: alle Menschen, die hier wohnen oder arbeiten sind eingebunden in eine permanente Datenerhebung: Videoüberwachung vom öffentlichen Raum bis in die Häuser, Chipkarten mit Multifunktion wie ÖPNV-Nutzung, Krankenversorgung, Wohnungszugang, Bankdienste usw. In den Wohnungen werden individuelle Verbrauchsdaten, Zugangsdaten usw. erhoben, so dass Bewegungsbilder entstehen.“

Songdo ist im Wesentlichen geplant durch den international tätigen Konzern Gale:

http://www.galeintl.com/who-we-are/

Dieser wiederum setzt die Netzwerkkontrollsysteme des Konzern Cisco ein:

https://de.wikipedia.org/wiki/Cisco_Systems

Ein weiteres Vorzeigeprojekt von Cisco, an dem auch Siemens beteiligt ist, ist die Stadt Mazdar im superreichen Abu Dabi.

https://en.wikipedia.org/wiki/Masdar_City

 

Andere weitweite Konzerne  drängen sich in die soziale Organisation der Menschen in großen Städten, Mega- und Gigacities, denn es geht nicht nur um Nachhaltigkeit, die sicher gefördert werden kann. In Songdo sind bereits das sportliche, universitäre Leben und das der Kunst perfekt organisiert.

Es geht um Macht und „Bemächtigung“ in all diesen Lebensbereichen der Menschen. Viele internationalen Experten und Kommissionen meinen, dass man die „Menschenmassen“ in den wachsenden Mega- und Gigacities auf der ganzen Welt  sozial nicht wird anders  organisieren können.

Interessant sind Analogien zur Organisation der Ameisenstaaten, die ich früher besprochen hatte:

http://hesch.ch/news/powerpoint-praesentationen/115-epigenetics-and-megacities-vortrag

 

In Songdo ist Cisco das „Hirn“ der ubiquitären Kontrolle, aber auch Siemens, IBM, ABB sicher die Big Date arbeiten an diesem Konzept in einem gigantischen Wettbewerb.

Mega- und Gigacities lassen sich  durch Smart City Technologie sozial in der Weise strukturieren, dass alle Stadtstrukturen und Lebens- Abläufe  der Einwohner in einer solchen City in einem Kontrollnetzwerk zusammenlaufen. „Individualität“ wird der Gemeinschaft untergeordnet. Das ähnelt stark der historischen und aktuellen chinesischen Gesellschaftsstruktur.

Im September fand in China auch der Weltkongress zur Entwicklung von Smart Cities statt:

https://www.tmforum.org/events/smart-city-infocus-2015-yinchuan-china/

Europa und China bearbeiten solche Projekte schon gemeinsam:

http://euchina-ict.eu/wp-content/uploads/2015/01/Smart_City_report_draft-White-Paper-_-March-2014.pdf

Rem Kohlhas, der berühmte Architekt  ist ein Kritiker dieser Entwicklung:

http://www.tageswoche.ch/de/2015_18/leben/686842/

ich zitiere:

«Die Bürger, denen die Smart City zu dienen vorgibt, werden wie Kinder behandelt. Wir sind gefütterte, niedliche Icons des urbanen Lebens, integriert mit harmlosen Geräten, kohärent in angenehmen Diagrammen, wo die Bürger und Geschäfte von mehr und mehr Dienstleistungen umgeben sind, die Kontrollblasen kreieren.»

Ich erinnere hier an meine oben erwähnte  Präsentation:

Die Kritik von Rem Kohlhas bringt die Ängste weiter Bevölkerungskreise, soweit sie sich überhaupt damit beschäftigen und nicht schon längst unbewusst Teilnehmer sind oder als Teilnehmer geplant sind, auf den Punkt.

 

Wo sind Smart Cities in Planung: (http://euchina-ict.eu/wp-content/uploads/2015/01/Smart_City_report_draft-White-Paper-_-March-2014.pdf)

 

Smart Cities Participating in the EU-China Cooperation EU Smart Cities

Chinese Smart Cities

Amsterdam, Netherlands

Beijing Haidian District

Barcelona, Spain

Tianjin Binhai New Area

Bristol, UK

Shanghai Pudong New Area

Copenhagen, Denmark

Yangzhou of Jiangsu Province

Florence/Prato, Italy

Nantong of Jiangsu Province

Frankfurt, Germany

Huai’an of Jiangsu Province

Issy-les-Moulineaux, France

Ningbo of Zhejiang Province

Lyons, France

Jiaxing of Zhejiang Province

Malmo, Sweden

Zhangzhou of Fujian Province

Manchester, UK

Yantai of Shandong Province

Riga, Latvia

Guangzhou Nansha District of Guangdong province

 

 

 

In der Schweiz gibt es schon „leise“ Entwicklungen in dieser Richtung:

Winterthur geht hier voran:

http://www.smartcity-schweiz.ch/nc/de/beitrag/article/smart-city-winterthur-ist-online/

 

St. Gallen folgt schon, der Trend ist unaufhaltsam:

http://www.sgsw.ch/news/sgsw/2015/07/grundlagen-fuer--smart-city--st-gallen-schaffen.html

 

Und wiederum geht Cisco in der Schweiz voran. Ist man dort so naiv zu glauben, dass Winterthur oder St. Gallen  nicht in ein zweites Songdo umgewandelt werden könnte? Ein anderes Ziel können Cisco und verbundene Konzerne doch nicht haben? Wird hier unter dem Deckmantel der „nachhaltigen Stadt“ ein internationales Kontrollsystem eingeführt, das wie der „Geist aus der Flasche“ nicht mehr zurückgeführt  werden kann, denn die Daten, Strukturen und Funktionen von Kommunen und Bürger  sind unlöschbar auf den Rechnern der Gig Data Unternehmen. Kann man Smart City Konnektionen je wieder kappen?

Wissen die verantwortlich Regierenden das, wollen die Bürger von Winterthur oder St Gallen das?

http://www.cisco.com/web/CH/de/contacts/zurich/index.html

 

Es gibt auch hier kompetente Kritik:

 

http://www.nzz.ch/feuilleton/effizient--aber-nicht-staedtisch-1.18577769

„Prof. Dr. Hans Frei ist Architekturtheoretiker in Zürich. Gegenwärtig arbeitet er über den «mathematischen Geist in der Architektur» und zusammen mit einer Berliner Architektengruppe am Projekt «Die Idealstadt des 21. Jahrhunderts».

 

Ein weiterer kritischer Beitrag aus der Schweiz:

http://www.tageswoche.ch/de/2015_18/leben/686842/

Die Entwicklung ist aber seit 2014 weiter fortgeschritten.

In Deutschland ist die Telekom interessiert und Friedrichshafen hat ein Pilotprojekt durchgeführt:

http://www.geographie.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/pressrelease.2012-06-04.6122612633

https://www.goethe.de/de/kul/ges/20573444.html

 

Es gibt aber auch alternative Überlegungen:

http://blog.iao.fraunhofer.de/zukunftsstadt-und-morgenstadt-die-deutsche-antwort-auf-smart-cities/

Zusammenfassung:

Insgesamt ist das Konzept der Smart City international wohl nicht aufzuhalten. Die verschiedenen „Ausführungen“ sind weniger vom politischen Willen von Gemeinden, Städten oder Ländern, noch weniger von Bürgern abhängig und liegen wesentlich im Bereich des Geld- Macht- und Datenmarktes.

Das führt zu meinen früheren Überlegungen zu „Netoiden“.

(siehe oben)

Nehmen wir einmal an Songdo und Winterthur werden beide wesentlich von Cisco International geplant und „betreut“, so sind die Bürger dieser beiden Städte zwillinghaft auf den Großrechnern von Cisco abgebildet und vernetzt. D.H. über geographische und landeshoheitliche Grenzen hinweg entsteht eine neue Form der vernetzten pseudostaatlichen Community, ein „Staatsanalog“, das ich als Netoid beschrieben habe.

Fortsetzung 16.2.2016

Alphabets „Netoid“ Plan

 

Die unter Alphabet (Google) wirkende Firma Sidewalk Labs beabsichtigt eine eigene Großstadt nach dem Muster einer „Smart City“ zu bauen.  Dort würden komplett die eigenen Strategien für ein nur von Alphabet abhängiges „Netoid“ konstruieret. Für die dort wohnenden Menschen wird ein eigener neuer Lebensstil getestet, den ich mehrfach beschrieben habe.

http://9to5google.com/2016/04/14/sidewalk-labs-built-its-own-google-city/