Wer ist Gott in der Geschichte der Erde? Nach den Vorstellungen der Menschen hat Gott die Erde erschaffen und nach seinem Willen das Leben auf der Erde „geformt“. Entstanden ist Leben nach moderner wissenschaftlicher Interpretation durch eine „Selbstorganisation“ aus der „Ursuppe“, wie ich das im Lehrbuch: „Endokrinologie“:

(R. D. Hesch Endokrinologie. Teil A. Grundlagen. Teil B, Urban und Schwarzenberg, 1989 )

dargestellt habe.

Auf zwei exzellente Übersichten möchte ich die wissenschaftlich Interessierten hinweisen.

 http://dspace.mit.edu/openaccess-disseminate/1721.1/50263

https://dspace.mit.edu/openaccess-disseminate/1721.1/50990

Leben ist anschließend in der biologischen Erbsubstanz, der DNA eingeschrieben, „codiert“. Dieser Vorgang wird „Evolution“ genannt. Alles Leben auf der Erde ist durch eine langsame Evolution nach den Gesetzen von Darwin entstanden und hat sich nach diesen Gesetzen durch langsame Modifikation der Erbsubstanz DNA angepasst.

Vor 10 Jahren ist die gesamte Erbsubstanz, das Genom von Pflanzen, Tieren und Menschen im „Human Genom Project“ durch komplette DNA- Sequenzierung der jeweiligen Erbsubstanz aufgedeckt worden. Der „Wille Gottes“ wurde ablesbar.

Große Hoffnungen kamen auf, dass man nun die Natur der Evolution verstehen könne, Genveränderung entlang der Evolution beschreiben könne, die Entstehung von Arten, aber auch von Mutationen und deren Folgen beschreiben könne, auch solche, die zu Krankheiten beim Menschen führen können.

Überraschend war der Befund, dass das Erbmaterial von Schimpansen und Menschen zu über 98 % identisch ist, was ein großes Erstaunen bezüglich der Identität des Menschen seither hinterlassen hat.

Das Lesen des Genoms, des Baukastens des Lebens, hat indes nicht viel mehr gebracht als eben die Erkenntnis wie Leben entstand und sich entlang der Evolution an Modifikationen der DNA an Polymorphismen und Mutationen entwickelt hat. Die biologische Artenvielfalt konnte bis ins letzte Detail erklärt werden, aber es trat nach Beendigung des Human Genome Project eine Ernüchterung ein, denn das Lesen des biologische Code erlaubte zwar ein vertieftes Verständnis der Evolution, mehr aber nicht.

Der Wunsch der Menschen, in diese Entwicklung selbst einzugreifen blieb zunächst unerfüllt, Krankheitserklärungen und Eingriffe in die DNA zum Heil der Menschen ließen nach diesem einmaligen Forschungsprojekt zu wünschen übrig.

Die Darwin’schen Gesetz sagten voraus, dass nur entlang der biologischen Evolution entstandene Variationen der DNA vererbt werden können, Lebensgestaltung also ein langsamer Prozess in der Dimension von Jahrtausenden oder Jahrhunderten sei. Dass die DNA Nukleotide als feste „Bausteine“ selbst einer Steuerungsregulation unterliegen könnten also Steuerungselemente an und in ihrer Struktur haben könnten, war nicht vorstellbar.

Nach Abschluss des Human Genome Projects vor 10 Jahren, begann aber eine weitere Entwicklung, die sog. „Epigenetik“ (Epigenomic). Es konnte gefunden werden, dass durch ganz definierte Veränderungen nicht den Nukleotiden selbst oder deren Sequenz in der DNA, also nicht durch Umbau oder Austausch der Nukleotide der DNA , Einfluss auf die Lebensgestaltung genommen werden kann. Man fand, dass an den Nukleotidstrukturen der DNA, den Nukleosomen, bisher nicht bekannte regulatorische Regionen vorhanden sind, welche die sog. „Genexpression“ regulieren. Es war zwar bisher bekannt, dass individuelles Leben nur durch etwa von 10% der in einem Zellkern vorhanden DNA- Menge bestimmt, exprimiert wird, aber es war unklar, wer und wie die „lebendige „DNA“ aktivviert und de Rest stumm geschaltet wird . Diesen Vorgang nennt man „Genexpression“. Ich habe an anderer Stelle beschrieben, wie durch einfach chemische Modifikation ganze Abschnitte der DNA aktiv oder stumm geschaltet werden können, z.B. durch Anhängen oder Entfernen von Methylgruppen, um nur einen einfachen Vorgang zu erwähnen. Inzwischen weiß man, dass epigenetische Veränderungen sehr zahlreich und wirksam in die Genexpression ohne Veränderung der Nuklidsequenzen der DNA eingreifen und damit Lebensvorgänge regulieren an lebenden Organismen und zwar in deren Lebenszeit.

Die größte Überraschung der Epigenetik jedoch ist, dass epigenetische Veränderungen vererbt werden können. Damit sind neben die Darwin’schen Gesetze der Vererbung die bis vor 10 Jahren verleugneten Gesetze von Lamarck über die Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften Wirklichkeit geworden.

http://www.scilogs.de/menschen-bilder/epigenetik-wie-erworbene-eigenschaften-vererbt-werden-k-nnen/

Zu diesem Thema gibt es meinen Vortrag hier:

http://hesch.ch/news/powerpoint-praesentationen/115-epigenetics-and-megacities-vortrag

Erstmals begreifen wir biographische Veränderungen und deren Vererbbarkeit in Zeitabschnitten einer oder mehrerer Generationen und nicht in Jahrhunderten und wir begreifen die sich rasch wandelnde Vielfalt von Leben in der Natur und am Menschen. Eine ganz neue Forschung, die epigenomische Pharmakologie, (Literatur) beschäftigt sich damit, wie man Modifikationen der Genexpression am Lebenden durch Substanzen und Medikamente beeinflussen kann.

Diese Vorgänge haben bis jetzt den Nachteil, dass man sie nicht sehr zielgerecht steuern kann, aber die Epigenetik öffnete das Fenster zum letzten großen Schritt der Menschen weg von Gott zu sich selbst:

Die Zeitenwende,- „Evolution ohne Gott : CRISPR- CAS9

Schon 2003 beschrieb der Londoner Genetiker A Burt, dass man durch „site specific selfish genes“ eine genetische “Kontrolle“ von freilebende natürlichen Populationen durchführen können sollte.

https://www.google.com/search?q=selfish+gene+burke#q=selfish+gene+2003+

Damals fehlten die Werkzeuge dazu, nun sind sie da.

Die CRISPR- cas Revolution der Evolution

2013 entstand ein für die Menschheitsgeschichte epochales neues Instrument:

Im Jahre 2013 publizierten J. Doudna, Berkely und E. Charpentier (aus meiner Hochschule in Hannover) in einer bahnbrechenden Arbeit in SCIENCE das System CRISPR- CAS.

Damit beginnt eine Zeitenwende in der Menschheitsgeschichte.

Was ist CRISPR-Cas 9?

gentherapie

CRISPR steht für “ Clustered Regulatory Interspaced Palindromic Repeats”, d.h. gehäuft in der DNA Sequenz auftretende gleichmäßig verteilte Nukelotidsequenzen, die in beiden Richtungen gelesen werden können, wie z. B. das Wort „Reittier oder Lagerregal“.

Diese Palindrome wurden zunächst in Bakterien entdeckt, wo sie ganz natürlich vorkommen. Bakterien nutzen diese Sequenzen, um gegen Viren, die sie infizieren könnten, eine Immunität zu entwickeln.

Das ist die epochale Entdeckung von Doudna und Charpentier, die eine Zeitenwende in der Evolutionsgeschichte einleitet.

http://www.sciencemag.org/content/346/6213/1258096.short

http://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/ein-neues-werkzeug-beschleunigt-die-forschung-1.18432046

Man hat nun zu diesen in der DNA verteilten Sequenzen komplementäre RNA Sequenzen, sog. crRNA repeat synthetisiert. Diese bilden eine Sekundärstruktur aus, die in der Lage ist, sich an ein bestimmtes Nukleotid- schneidendes Enzym zu binden, eine Endonuklease, genannt cas. Diese Abkürzung steht für „CRISPR- assoziierte Protein“. Von diesen Endonuklease gibt es zahlreiche Varianten , aber die cas- 9 ist die am meisten verwendete.

Übersicht über die Endonukleasen bei:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1282333/

Der gegenläufige Teil der an cas-9 gebundenen crRNA bindet sich komplementär an die Ziel DNA, an der man Veränderungen vornehmen will. Im klassischen Fall schneidet der RNA-cas- 9- Komplex die Ziel DNA auf. Man kann an dieser künstlichen Bruchstelle dann beliebige DNA - Abschnitte einfügen und so sozusagen natürlichem Wege eine DNA Information modifizieren.

Eine interessante Übersicht auch:

http://www.wolfgreenfield.com/newsstand/700-crispr-cas--exciting-addition-genomic-editing

 

Was ist das Neue daran?

Bisher musste man aufwendige gentechnische Verfahren nutzen um, modifizierendes Genmaterial teilweise unter Zuhilfenahme von viralen Genfähren in eine DNA zu bringen. Das war langwierig, anfällig für Fehler und vor Allem gefährlich, wenn fremde Virus DNA aus den Genfähren „versehentlich“ an unerwünschte DNA Abschnitte des zu behandelnden Patienten koppelte. Dadurch wurden bei der Gentherapie teilweise nachfolgend sekundäre Krebserkrankungen ausgelöst, was die gegenwärtige Gentherapie in Verruf brachte.

Das CRISPR- cas9 System ahmt absolut natürliche Vorgänge der Evolution nach.

Unter dem Begriff “Genome- Engineering“ „Genome editing“ ,“RNA guided gene drive“ kann man mit Entfernen ( Deletion) oder Hinzufügen (Insertion) eine der Evolution nachempfundene genetische Modifikation machen. Durch Doppelstrangschnitte kann man homologe Rekombinationen durchführen, wodurch effektive Genvariationen, resp. Therapien ermöglicht werden.

Die Möglichkeiten der Anwendung im Pflanzenschutz in der Agrikultur, Infektionsschutz (z.B. Malaria und Tuberkulose) in der Medikament Entwicklung und Zuchttier Generation sind fast unendlich.

Für den gesellschaftlich und wissenschaftlich wirklich Interessierten empfehle ich die umfangreiche und erschöpfende Publikation von George Church:

http://elifesciences.org/content/3/e03401

http://dx.doi.org/10.7554/eLife.03401#sthash.4t6DnmAQ.dpuf

zu zitieren unter: eLife 2014;3:e03401

Die experimentelle Literatur zu diesem Thema und die journalistische Bearbeitung ist in einem Jahr förmlich explodiert.

Namhafte internationale Forschergruppen in USA , aber auch in Deutschland und Asien arbeiten mit dem neuen System und arbeitstäglich gibt es neue Publikationen.

Während die meisten wissenschaftlichen Autoren auch Doudna und Charpentier den „Nutzen“ für denkbare Genveränderungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Umwelt, Mensch und Tier deklamieren, so zeigt George Church in seinem wegweisenden und wissenschaftlich kompletten Übersichtsartikel am Ende seiner Übersicht erstmals die Gefahren auf, die ich schon seit Beginn dieser Forschung im Jahre 2013 auf uns habe zukommen sehen.

Vom menschlichen Klonieren zum Menschen züchten

2013 gelang es in Oregon, aus jungen Hautzellen pluriptotente Stammzellen herzustellen und daraus menschliche Embryonen zu klonieren. Diese wären lebensfähig gewesen, wenn man das Experiment nicht nach sieben Tagen abgebrochen hätte. Zu diesem Zeitpunkt bestanden die Embryonen aus 150 Zellen.

http://www.welt.de/gesundheit/article116231480/Forscher-klonen-erstmals-menschliches-Leben.html

Bisher musste man auf „natürliche“ Embryonen zurückgreifen, um genetische Transformationen zu machen. Embryonen sind weltweit genug eingefroren und Eizellen werden im Rahmen des Social freezing gesammelt:

http://www.hesch.ch/news/alle/166-eric-schmidt-sigmar-gabriel-jaron-lanier-dr-a-merkel-und-social-freezing

Weltweit werden Embryonen und Föten schon als Ware „gehandelt“, die damit der genetischen Modifikation zugänglich sind (auch aus militärischen Interessen)..

http://www.aktion-leben.de/bioethik/diagnostik-pd-pid/embryonenhandel/

Seit dem Experiment von Oregon kann man aber Embryonen klonieren und an diesen im frühesten Stadium „Genome- Engineering“ durchführen.

Das heißt aber Big Data und das internationale Militär werden diese Entwicklung vorantreiben.

Der Zuchtmensch

Wegweisend für diese absolut gegenwärtigen Beunruhigungen ist aber eine Publikation aus China.

Yuyu Niu, Bin Shen, Yiqiang Cui, Yongchang Chen, Jianying Wang, Lei Wang, Yu Kang, Xiaoyang Zhao, Wei Si, Wei Li et al. Generation of Gene-Modified Cynomolgus Monkey via Cas9/RNA-Mediated Gene Targeting in One-Cell Embryos. Cell, 30 January 2014 DOI: 10.1016/j.cell.2014.01.027

http://www.sciencedaily.com/releases/2014/01/140130121607.htm

Die Autoren um Jiahao Sha beschreiben zum ersten Mal in der Geschichte der Evolution auf der Erde eine vererbbare Genmodifikation bei Menschenaffen. Die chinesischen Forscher veränderten mit dem CRISPR- cas 9- System erstmals Gene in Makaken Embryonen.

„Die Makaken sind eine Primatengattung der Familie der Meerkatzen. Die Gattung umfasst 22 Arten. Es sind vorwiegend früchtefressende, in Gruppen zusammenlebende Tiere. Einige Arten wie der Rhesusaffe leben in der Nähe des Menschen und sind weitverbreitet und bekannt.“

Weiter:

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/wildtiere/menschenaffen/

Sha und Mitarbeiter pflanzten im Einzellenstadium von Makakenemnbryonen drei Gene ein: Eines zur Steuerung des Stoffwechsels, eines zur Entwicklung der Immunität, und schließlich eines mit Einfluss auf Stammzellen und Geschlechtsentwicklung.

Diese genetisch modifizierten Embryonen pflanzten sie, (wie heute überall weltweit gebräuchlich) in Leihmütter ein. Die Leihmutter gebar Zwillinge, deren Bild um die Welt ging.

affen

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 Damit ist es zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte gelungen, „künstliche“ menschenähnliche Wesen zu erzeugen. Da die Genveränderungen nicht nur „somatisch“ (also nur den individuelle Körper betreffend wie bisher bei der Gentherapie) sind, sondern „genomisch“, (also in den der Fortpflanzung dienende Zellen: Sperma und Eizelle eingebaut sind) wird sich im Falle der Fortpflanzung eine neue genetische Gattung „Makake“ entwickelt haben. Damit ist zum ersten Mal die „Zucht“ eines menschenähnlichen Wesens mit verändertem Erbmaterial gelungen.

Ein Artikel in der ZEIT beschreibt zur Aufzucht der genetisch transformierten Makaken:

„Darin liegt die Brisanz der neuen Biotechnik: Ihre Schöpfungen hätten ebenso gut in der Natur entstehen können durch natürliche Mutation oder konventionelle Kreuzung. Ihre „Erzeugnisse“ unterscheiden sich deshalb nur in der Herkunft von denen der freien Natur, nicht in ihrer Biologie…Wir können neue Lebensformen schaffen….“

http://www.zeit.de/2014/44/gentechnik-zellen-erbgut/komplettansicht

Aber auch dieser Artikel betont vorwiegend die „ natürliche Heilung“ von Krankheiten durch „Genom- Engineering“. Die EU beschäftigt sich hinter verschlossenen Türen mit dem Risiko von „genetic food“, während das wahre Problem nicht öffentlich thematisiert wird.

Offenbar traut sich noch keiner so richtig, auszusprechen, was nun aber wirklich geschehen kann und womöglich schon wird:

Durch das jetzt verfügbare Arsenal an Werkzeugen für „Genome- Engineering“ oder auch „Genome editing“ ,“RNA guided gene drive“ ist erstmals ein ganz einfacher und „natürlicher „Eingriff in das Erbgut wild lebender Organismen, einschließlich der Menschen möglich. Dies kann genutzt werden, um an kranken Embryonen „natürlich“ zu heilen, aber die Entwicklung in China und USA (und wo noch?) geht sicher in eine andere Richtung. Dort nämlich werden genetisch speziell designte und für spezielle Aufgaben gezüchtete Menschen „hergestellt“ und sicher „probeweise“ ,wie zunächst der Genmais, in die „freie Wildbahn“ unter strenger Kontrolle ausgesetzt und getestet. Diese Menschen werden sich darüber hinaus selbst auf natürlichem Wege fortpflanzen können, wenn man sie nicht hindert (?) und sich ausbreiten.

Mehr möchte ich heute dazu nicht schreiben, denn die mir in den Kopf kommenden Szenarien vor dem Hintergrund dessen, was ich über Megacities hier geschrieben habe, sind so ausufernd vom Segen zum unabwendbaren Unheil, dass ich zunächst einhalten möchte.

Nur die Ethiker, die Kirchen, die Gesetzgeber haben diese säkulare Entwicklung längst verpasst. Die großen Daten Giganten, das internationale Militär und die Pharmaindustrie werden diese Entwicklung vorantreiben und sie lassen sich wie bei Big Data durch keine gesellschaftliche oder gesetzgeberische Aktivität mehr einschränken.

Wir Menschen können uns durch nichts mehr aus der Verantwortung stehlen.

Zuchtmenschen werden uns bald umgeben. Schon kann man „Kits zum Selbstmachen kaufen und da das Verfahren so einfach ist, wird es angewendet:

http://www.horizondiscovery.com/what-we-do/discovery-toolbox/genassist-crispr--raav-genome-editing-tools?gclid=CJWd7LnXoMICFW3ItAodVXYAeQ

„Bye bye Gott“

Die Menschen brauchen Gott nicht mehr, um Natur und sich selbst zu gestalten.