Hypothese: Ist moderne Kuhmilch fördernd für Brustkrebs?

http://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/cancers-in-general/cancer-questions/does-milk-cause-cancer

 

Ich habe mich schon früher mit Brustkrebs intensiv auseinandergesetzt.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1471-0528.1999.tb08106.x/full

Wieso komme ich jetzt erneut darauf mich mit dieser Frage zu beschäftigen?

Führende Großhersteller moderner Kuhmilchprodukte haben als Marketing Argument auf Packungen von Milch und Käse neuerdings vermerkt:  „ Ohne Gentechnik“ und der Discounter Lidl z.B. ist diesem Argument gerade gefolgt:

http://hesch.ch/news/alle/259-lidl-das-elende-geschaeft-mit-der-angst

Damit sprechen diese die von Greenpeace und anderen Interessensorganisationen mit ihrem zweifelhaften Marketing inzwischen geschürte Angst unter der Bevölkerung an, dass gentechnisch veränderter Samen in Pflanzen allgemein, speziell in Futterpflanzen für Milchkühe eine negative Wirkung auf die Gesundheit von Menschen haben könnte.

Inzwischen ist von allen international ausgewiesenen Experten offenbar nachgewiesen, dass diese Behauptungen wissenschaftlich unhaltbar sind und es muss sich zeigen, ob sie objektive Wissenschaft sind.

http://hesch.ch/news/alle/260-crispr-editive-biologie-ethikrat-dalei-lama?showall=&start=3

Als ich mich mit dieser Thematik weiter beschäftigt habe, bin ich der Frage nachgegangen, ob die Züchtung moderner Milchkühe und nicht deren Futter ein gesundheitliches Risiko darstellen können? Moderne Milchkühe kommen nicht „natürlich“ vor, sondern, sie sind „biogenetisch“ durch hochtechnische Züchtungen entstanden,- also Gentechnik par excellence. Nur ist das in der Bevölkerung so nicht bekannt ist und es wird auch nicht genügend öffentlich darüber berichtet.

Sehen wir uns doch an, wie sich die Grösse des Kuheuters mit den Jahren verändert hat:

Ich bin nun der Hypothese nachgegangen, ob möglicherweise die in den Eutern moderner Milchkühe produzierte Milch gesundheitliche Risikofaktoren für Krebs, speziell Brustkrebs enthalten könne?

Sehen wir uns doch einmal die durch Züchtungen gesteigerte Milchproduktion einzelner Kühe an.

 „Da für die Ernährung eines Kalbes eine Produktion von ca. 8 kg Milch pro Tag ausreicht, war der Organismus von Kühen ursprünglich auf diese Menge eingestellt. Heute gibt es Hochleistungskühe, die täglich bis zu 50 kg Milch geben, worin enthalten sind: 1,6 kg Eiweiß, 2 kg Fett und 2,4 kg Zucker.

https://de.wikipedia.org/wiki/Milchleistung

Die aus genetischer Zucht entstandenen modernen Hochleistungskühe produzieren also im Schnitt 6 x mehr Milch/Tag als „natürliche“ Kühe.

Zur Züchtung kann man sich belesen :

http://www.zuechtungskunde.de/artikel.dll/schwerin_MTIwMzc4Nw.PDF

 

Was könnte eine solche permanente  „Überstimulation“ von Brustdrüsengeweben im Euter dieser Kühe bedeuten ?

  1. In der Kuhmilch finden sich Epithelzellen des milchproduzierenden Gewebes. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Anzahl abgeschilferter Epithelzellen moderner Milchkühe pro Volumeneinheit deutlich höher ist als bei einer weniger stimulierten Milchdrüse. 

    Die epithelialen Zellen in der Milch werden während der Laktation, also beim Melken abgeschieden. In der Regel sind sie alle lebensfähig und haben die Eigenschaften von voll differenzierten Zellen. Eine sehr gute Übersicht über die Charakterisitk und Genetik dieser Zellen findet sich:

    Marion Boutinaud, H_el_ene Jammes. Potential uses of milk epithelial cells: a review. Reproduc-

    tion Nutrition Development, EDP Sciences, 2002, 42 (2), pp.133-147. <10.1051/rnd:2002013>.

    <hal-00900346>

    Epitheliale Zellen in der Milch können kultiviert werden und bezüglich Wachstumsrate und möglichen genetischen Veränderungen des Wachstums untersucht werden.

    GC Buehring:

    J Dairy Sci. 1990 Apr;73(4):956-63.

    Culture of mammary epithelial cells from bovine milk.


  2. Aber nicht nur durch genetische Zuchtwahl, sondern auch durch Injektion von bovinem Wachstumshormon alle 2 Wochen in Milchkühe zur Stimulation der Milchproduktion, kommt es zu einer Wachstumsstimulation des milchproduzierenden Zellgewebes.
     
  3. In der Milch solcher Kühe kommt eine höhere Konzentration von Wachstumsfaktoren, z. B. IGF1 vor. Diese können in menschlichem Gewebe ein Zellwachstum und Mutationen auslösen.

    http://www.ejnet.org/bgh/nogood.html



  4. Permanent überstimuliertes Brustdrüsengewebe kann eine höhere Zahl von Mutationen bis hin zu Krebswachstum in solchen Zellen aufweisen. Diese Zellen können heute molekularbiologisch auf solche Veränderungen durch q RT- PCR und RNA- Sequenzierung untersucht werden.
    Jedenfalls nehmen wir mit moderner Milch Zellen, die eine maximale Zellstimulation aufweisen, auf und eine erhöhte Konzentration an Wachstumsfaktoren. Über die genauen Konzentrationen dessen, was wir da in Abhängigkeit vom zugeführten Milchvolumen /Tag  aufnehmen  ist nicht genügend bekannt.

  5. Über epigenetische Veränderungen dieser Zellen und ihrer möglichen Wirkungen im Genom von Menschen, die solche Milch zu sich nehmen, ist mir noch nichts bekannt.

  6. Es ist weitgehend unbekannt ob und wie genmodifiziertes Futter sich diesen Veränderungen mitteilt.


All die hier beschriebenen biologischen Vorgänge in den Milchdrüsen moderner Hochleistungskühe, die sich in der modernen Verkaufsmilch finden, sind wenig untersucht und werden nicht deklariert. Ich formuliere die Hypothese, dass modern Hochleistungsmilch auch in nicht mit genmodifiziertem Futter ernährten Kühen ein gesundheitliches Risiko für Krebswachstum, speziell in der weiblichen Brust, in der Prostata und im Darm beim Menschen beinhalten könnte.

Diese Hypothese sollte meiner Menning nach dringend untersucht werden, und auf ein solches mögliches Risiko hingewiesen werden.

 

 

Ergänzug am 15.9.20

Industrielle Milch und Krebs?

Es gibt eine recht interessante Untersuchung aus der Harvard Universität von Ganmaa Davaasambuu

http://harvardmagazine.com/2007/05/modern-milk.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3359127/

Die Wissenschaftlerin fand einen deutlichen Zusammenhang zwischen westlicher pasteurisierter industrieller Milch und Gebärmutterkrebs.


Die US Regierung scheint Qualitätskriterien für Milch aus wirtschaftlichen Gründen abschaffen zu wollen.

http://www.anh-usa.org/healthy-milk-what-is-it/

Im Vergleich zu mongolischer „natürlicher Milch“, einer der wenige  nicht industriellen,  enthält die pasteurisierte Industriemilch von genetisch hochgezüchteten Kühe (darauf verwies ich in meinem Beitrag) deutlich mehr wachstumsstimulierende Hormone, speziell auch Östrogene. Ob diese eine Ursache für Prostatakrebs bei Mann sein kann wird diskutiert, ist aber nicht bewiesen bis jetzt.

http://www.motherjones.com/media/2014/04/milk-hormones-cancer-pregnant-cows-estrogen