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Einleitung: Am 15.3.2016, siehe unter dieser "Einleitung" , habe ich mit dem unten stehenden Text zum Thema begonnen,über die selbstlernende AI im Spiel zu berichten. Heute am 23.4.2016 möchte ich dem einen Text vorausschicken, der mir gut gefällt:

 Der erste AI Creative Director!

 

Ich habe kürzlich eine Masterarbeit zum Thema Kreativität begleitet. Dort wurde noch sehr auf die beiden Ebenen der „Kognitiven Kreativität“ und der „Kreativität aus dem Unterbewusstsein“ verwiesen.

Nun zeigt sich, dass auch selbst lernende Kreativität vermittels AI auf uns zukommt. Die Vorgehensweise der jungen unbefangenen Japaner gefällt mir besonders gut. Ich werde mich damit weiter beschäftigen.Sie benutzen selbst AI, um zu spielen,-  eine menschliche Art, mit dieser Technologie umzugehen: "Gemeinsam lernen Deep Learning zu lernen":

http://lbbonline.com/news/mccann-japan-appoints-worlds-first-ai-creative-director/

 

15.3.2016: Der Zauberlehrling AlphaGo  hat den Geist aus der Flasche gelassenund das menschliche Gehirn "besiegt"?, ja, oder scheint das nur so? Wohin geht der Weg? dazu kann man gut den Artikel von Wolfgang Huber aus der FAZ lesen. Gleichwohl habe ich an anderer Stelle ausgeführt, dass es keine dirigistische Ethik geben wird, die Wolfgang Huber im Sinne hat, wenn er schreibt:


"Nicht nur eine klare rechtliche Regelung und Verhaltenskodizes sind erforderlich, um einen verantwortlichen Umgang mit der Digitalisierung sicherzustellen; erforderlich ist auch eine klare innere Haltung. Auch in der digialisierten Welt ist persönliche Verantwortungsbereitschaft durch nichts zu ersetzen".

Er beschwört mit einer Ethik, die aus dem 18. - 20. Jahhundert stammt die "Vernunft",- dieser aber entzieht sich trotz solcher "Beschwörungen" die Evolution der "Digitalisierten Welt". Sie schafft sich eine neue Ethik jenseits des bis anhin gedachten.

 

(Wolfgang Huber FAZ Archiv, April 2016:" Mensch und Maschine in der Arbeit 4.")

 Der Beginn:

Am 9.3. 2016 , hat zum ersten Mal der Google Computer AlphaGo die menschliche Intelligenz geschlagen. Der Computer besiegte den Weltmeister Lee Sodol im Go- Spiel,- etwas, womit man erst in 10 Jahren gerechnet hatte. Der Deep Mind Gründer Demis Hassabis, dessen Firma und ihn selbst Google gekauft hatte, hat damit einen Quantensprung in der informationtechnologischen Evolution des Menschen auf dem Weg zur Artifiziellen Superintelligenz realisiert.

http://www.theguardian.com/technology/2016/feb/16/demis-hassabis-artificial-intelligence-deepmind-alphago

Es bleibt abzuwarten ,ob  AlphaGo die weiteren 4 Spiele gewinnen wird, siehe unten. 

Egal wie: wir  erleben den Eintritt in die von R, Kurzweil prognostizierte „Singularität mit großen Schritten.

Der 9.3.2016 geht in die Menschheitsgeschichte ein.

 

 

10.3.2016 Heute  hat Lee Sedol auch  das 2. Spiel verloren.

https://www.youtube.com/watch?v=GA8Ppdntupg


 

12.3.2016:  Auch im 3. Spiel besiegt AlphaGo den Weltmeister im Go Spiel Lee Sedol

Lee räumte ein, trotz seiner großen Erfahrung unter Stress gestanden und den Druck gespürt zu haben, gegen das Programm gewinnen zu müssen. "Aber die heutige Niederlage war eine von Lee Sedol, nicht der Menschheit".

Ich sehe das schon ein wenig anders,- vielleicht keine „Niederlage“ der Menschheit, gewiss nicht,- aber ein Dammbruch in der Evolution von menschlichem Geist und Denken.

AI ist schon schneller als erwartet wirkmächtig geworden, vor Allem „Deep Mind“, welches viel komplexer arbeitet als Watson, der den Schachweltmeister schlug und der noch nicht neokrativ war. Deep Mind funktioniert nach einem anderen Prinzip - es geht nicht um pure lineare Computerleistung, sondern um "Intuition", wie der Schöpfer von AlphaGo Hassabis dies  nennt.

Mit diesem „Spiel“ gibt es eine neue Stufe der Evolution des „gegenwärtig denken Gehirns“. Ich denke, wir treten aus der biologischen Evolution in die informationstechnologische Evolution.

Daran habe ich keinen Zweifel, nur nicht die Phantasie wir die „Artifizielle Superintelligenz“ (ASI) in naher Zukunft unser Leben gestalten wird.

Einige Gedanken dazu hatte ich:

Der „Neue Mensch“:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/234-vom-gen-editierten-sperma-und-asi-zu-einer-neuen-welt

Städte und Wohnen:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/226-smart-city-smart-netoidhttp://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/226-smart-city-smart-netoid

Vieles zusammengefasst in:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/245-die-neue-weltordnung-1-entwurf

Ausblick:

D. Hassabis meint, dass man „Deep Mind“ im Sinne von AI vorerst zur Lösung zahlreicher komplexer Systeme unserer Gesellschaft benutzen kann, aber er sieht die Evolution auch.

Was mich umtreibt ist die Tatsache, dass Maschinen wie AlphaGo in der Lage sind oder bald sein werden, selbstständig ein gleichwertiges oder eben überlegenes „Maschinenhirn“ zu „denken“ und mit entspr. „Materialien“ selbst bauen wird und dass dieses sich fortpflanzen kann ohne unsere Kontrolle.

Demis Hassabis, der sogar, wie er meint den kritischen S. Hawkings in einem Privatgespräch „überreden konnte“ , entschärft die dem System innewohnenden Potentiale mit Überlegungen zur  „ethischen Kontrolle“. Sein Interview im Guardian:

http://www.theguardian.com/technology/2016/feb/16/demis-hassabis-artificial-intelligence-deepmind-alphago

 

Das hat er auf Konferenzen in Puerto Rico und New York berichtet. Die Geschichte lehrt uns aber, dass sämtliche solcher Aktivitäten der „Gesang des Gewissens“ und keine wirksame Kontroll- Realität sind,- sie waren es nie. Jede wissenschaftliche Entdeckung den Weg des ihr innewohnenden Potentials. Manche sind „unter Kontrolle“, aber sie sind da und entwickeln sich weiter. Nie wurden sie „beseitigt“.

Das gilt für alles, was ich beschrieben habe und weiter beschreiben werde:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/245-die-neue-weltordnung-1-entwurf

 

AlphaGo oder similäre „Maschinenhirne“  eingebaut in „Roboter“ ist eben das, was mich im Moment am meisten umtreibt, besonders, nachdem ich gestern den Film „iRobot“, der vor 10 Jahren gedreht wurde, gesehen habe. Was wird in 10 Jahren von hier  sein, 2015, wer hat soviel Phnatasie? 

https://de.wikipedia.org/wiki/I,_Robot_(Film)


 

 13.3.2016

Heute, im 4. Spiel hat Lee Sedol GoodleGo erstmals geschlagen.

 

 

Lee hat zwar das Gesamtspiel verloren, aber es gibt gegenwärtig denkende menschliche Gehirne, deren intellektuelle neuronale Kreativität in Einzelfällen  noch besser sein kann als die des "Maschinengehirns". Den "Dammbruch in der Menschheitsgeschichte " wird das nicht mehr schliessen: Das Tor ist offen.

Lee gratuliert die gegenwärtige Menschheit aber zu diesem Spiel.

 

15.3.2016

Heute am 15.23.2016 hat AlpgaGo das 5. Go Spiel gegen Lee Sedol gewonnen.

„Auf die Spielstärke von AlphaGo angesprochen, sagte Lee Sedol, dass er nicht glaube, dass das Programm stärker sei als menschliche Spieler. Was psychologische Faktoren beträfe, sei AlphaGo aber Menschen überlegen.“

Mit diesem Kommentar schließe ich diese Berichterstattung. „Psychologisch“ sei AlphaGo dem Menschen überlegen. Das bedeutet, dass er meint, dass das Maschinenhirn eine „Seele“ habe.

http://www.wired.com/2016/03/googles-ai-wins-fifth-final-game-go-genius-lee-sedol/

Wir sind nun alle gespannt was Demis Hassabis aus seinem AlphaGo in nächster Zeit der Menschheit noch präsentieren wird.

Er beabsichtigt ja, das „Maschinengehirn“ der Allgemeinheit zugänglich zu machen, ebenso wie die CRISP- cas Methode schon allgemein zugänglich ist.

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/234-vom-gen-editierten-sperma-und-asi-zu-einer-neuen-welt

Damit sind zwei epochale Eingriffe in die bisherige Evolution des Menschen allgemein zugänglich. Folgte diese bisher „biologischen“ Gesetzmäßigkeiten der „Natur“, so hat mit der digitalisierten Welt die „informationstechnologische“ Evolution begonnen und diese geht von der „Natur“ in die Hände des „gegenwärtig denkenden Gehirns“ und des von ihm erfundenen Maschinengehirns.

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/245-die-neue-weltordnung-1-entwurf

 

 

 

 

 

 

Die KI-Technik von Facebook und Elon Musk wird Open Source

 

So lautet der Titel auf WIRED vom 11.12.2015.

https://www.wired.de/collection/latest/die-ki-technik-von-facebook-wird-open-source

Nicht nur das Genom Editing mit der CRISP Cas Methode wird damit allen und jedem zugänglich, sondern auch die zweite Komponente der Evolutionsbeschleunigung, die KI.  Facebook geht damit einen Schritt in die Ubiquität der Wissenschaftsverfügbarkeit.

 

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/234-vom-gen-editierten-sperma-und-asi-zu-einer-neuen-welt

Das sieht auf den ersten Blick demokratisch aus, ist aber eigentlich eine «Ausschreibung» zum Einsammeln von Kreativität aus dem Netz, wobei diese Kreativität extrem produktiv sein kann durch die Vernetzung von einer Art Schwarmintelligenz, eine Intelligenz, die Facebook zur Verfügung stehen wird.

Elon Musk macht gerade so etwas Ähnliches für sein superrapides Transportsystem Hyperloop:

http://www.gizmag.com/hyperloop-technologies-high-speed/40813/

 Und auch er geht in die Forschung von AI: OpenAI

https://www.wired.de/collection/latest/musk-startet-forschungs-firma-fuer-kuenstliche-intelligenz

Es sieht so aus, als ob alle reichen Big Data Unternehmer AI für sich entdecken und alle im Netz dazu aufrufen mitzudenken. 

Apple, IBM, Microsoft, Facebook Twitter und Google, Monk.

Interessant, dass alle , die daran schonweit fotgeschritten entwickeln, vor den Folgen warnen.

http://futureoflife.org/ai-open-letter/

      

 

 

Gentherapie der Glasknochenkrankheit

In Deutschland leben etwa 4000 Menschen mit einer seltenen, aber dramatischen Krankheit, der Osteogenesis imperfecta oder Glasknochenkrankheit.

Diese führt in ihren verschiedenen Verlaufsformen zu Knochenbrüchen schon Kindesalter und zur Invalidität im Erwachsenenalter.

Ursache ist ein Gendefekt in der Synthese von Kollagen, dem Gewebe, welches den Knochen als Sützsubstanz für den Kalk dient.

„Die Häufigkeit der Erkrankung wird für alle Formen auf ca. 4–7 Fälle pro 100.000 Einwohner geschätzt, so dass man in der Bundesrepublik Deutschland von etwa 2500–4500 Betroffenen ausgeht.[2]“  und 50.000 in den USA .

Die Krankheit ist eigentlich unheilbar, obwohl Bisphosphonate die Knochenbrüche  etwas reduzieren konnte.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Osteogenesis_imperfecta

Nun hat ein schwedisches Team erstmals eine Gentherapie an ungeborenen Föten entwickelt, wobei gesunde Stammzellen injiziert werden

Researchers from the Karolinska Institutet in Sweden will be coordinating a study in which 30 fetuses will be injected with stem cells to treat a severe genetic condition”

http://www.popsci.com/swedish-researchers-to-start-first-in-utero-stem-cell-trial

http://www.bbc.com/news/health-34485090

Hier wird eine bisherigen „Schallgrenze“ der Gentherapie durchbrochen,, aber es darf gehofft werden, dass den betroffenen Kindern ein gesünderes Leben ermöglicht wird und dafür dürfen Ethikgesetze modifiziert werden.

Kritisch ist zu sehen, dass es sehr viele Variationen der Krankheit gibt und daher offen ist, ob alle Defekte mit dieser einen Therapie geheilt werden können.

Ob dieses Verfahren später auch für andere Gendefekt  angewendet wird ist offen, aber denkbar.

 

 

Künstliche Hände für amputierte Kinder aus 3- D Druck

 

Ich bin ja sowieso begeistert von den Möglichkeiten des 3 –D Druckens ( siehe gestrigen Beitrag) , aber nun habe ich einen mich anrührenden Beirat gelesen wie die Firma „Open Bionics „ (http://www.openbionics.com/) 3 D gedruckte funktionierende Armprothesen für Kinder herstellt, die ihre Hände und Unterarme verloren haben ,- und das sind viele auf der Welt in den grausigen Kriegsgebieten.

http://www.engadget.com/2015/10/12/open-bionics-disney-prosthetic-hands/

 

Das tolle daran ist, dass so ein Ersatz nur etwa 500 Dollar kostet. Damit ist das ein hervorragendes Beispiel, wie dieses moderne Verfahren preiswerte „Dinge“ herstellen kann, die bisher mindestens das 10- fache kosteten und damit für die Betroffenen unbezahlbar war.

 

 

“The three models have been created by Open Bionics, a startup working on cheap, 3D-printed hands for amputees. Joel Gibbard, the company's founder, says they'll cost around $500 and be available in 2016. Another, non-Disneyfied design should be roughly £2,000 ($3,071) -- considerably more, but still a fraction of what many existing prosthetics cost.”

 

 

 

17-Jähriger entdeckt DNA-Mutationen, die HIV und Hirnhautentzündungen bekämpfen könnten. Wired

https://www.wired.de/collection/latest/17-jahriger-programmiert-medizinischen-super-algorithmus

Ein 17- Jähriger High- School Schüler, Andrew Jin, hat an einem Sommerprogramm für Schüler am MIT in Boston teilgenommen. Der offenbar Hochbegabte hat mit einem Algorhythmus seltene Mutationen im menschlichen Erbgut entdeckt, die für eine Resistenz gegen bedeutende Infektionskrankheiten codieren können,- besonders relevant Influenzea und HIV.

Da ist einem Jugendlichen eine bahnbrechende Entdeckung gelungen. Deutschland fördert ja solche erfinderischen Hochbegabte in „Jugend forscht“. 

Künstliche Luftröhrenknorpel aus dem 3 D Drucker

Verletzte Luftröhren zu reparieren war schon immer ein schwieriges, oft unmögliches Problem.

Nun ist es erstmals gelungen mittel 3 D Drucker ein Gerüst herzustellen, das sich mit biologischem Material auffüllt und Defekte auffüllen kann:

http://www.gizmag.com/makerbot-3d-printed-trachea/35833/?utm_source=Gizmag+Subscribers&utm_campaign=7ee13d4e3e-UA-2235360-4&utm_medium=email&utm_term=0_65b67362bd-7ee13d4e3e-90429741

Unser Leser Daniel Rösner hat den Artikel:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/175-bye-bye-gott-die-geschichte-von-gott-und-dem-neuen-leben-auf-der-erde

kommentiert und den Film „Interstellar“ als zum Thema passend empfohlen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Interstellar

 

 

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„ Forscher tüfteln am Training der Zukunft“

Im Spiegel vom 5.7.2014 wird über die hervorragende Arbeit von Prof. Joachim Mester im „Momentum“ der Sporthochschule Köln berichtet, einer Einrichtung , die vielbeachtete wissenschaftliche Aktivitäten im Sport betreibt

http://www.dshs-koeln.de/tws/momentumaton/

https://www.dshs-koeln.de/visitenkarte/person/univ-prof-dr-joachim-mester/

Prof. Mester ist dabei, wissenschaftlich haltbare Kriterien für die jedem Körper eines Sportlers eigenen Leistungsmöglichkeiten, Leistungsgrenzen, und deren Umfang zu definieren.

Diese Frage hat mich in meinem eigenen Training, dem meines Trainers und Trainierenden langjährig beschäftigt. Ich habe über meine eigenen Ergebnisse in einer Vorlesung an der Universität Konstanz berichtet vor Allem in Hinblick auf das sog. „Overtrainung“. Das ist die Posttrainingssituation, in der man Muskeln, kardiovaskuläres sowie neurophysiologisches System mit einem wie auch immer gearteten Training individuell und situativ überfordert hat. Es gibt bisher keine gültigen internationalen Definitionen für ein individuell ausreichendes, stimulierend- aufbauendes und ein den Organismus jeweils überforderndes Training.

Diese Aufgabe zu lösen hat sich Prof. Mester offenbar vorgenommen, wie man dem Artikel im Spiegel entnehmen kann. Er sucht nach objektiven Parametern, „ wie der Einzelne auf einen Trainingsreiz reagiert und regeneriert“.

Genau darum geht es seit Jahren und es ist mir unbegreiflich wie die seit Jahren obsoleten Pulsmessungen nun mit den neuen Trackern eine geradezu absurde Hype erleben. Inzwischen ist dies um reinen Marketing von Herstellern und Internet- Big Data – Geschäften geworden, vor denen gar nicht genug gewarnt werden kann:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/151-der-wahnsinn-des-self-publishing-of-health-aufruf-zur-verweigerung

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/151-der-wahnsinn-des-self-publishing-of-health-aufruf-zur-verweigerung

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/142-tracker-was-sie-koennen-und-was-nicht-eine-kritische-uebersicht

Wir brauchen, wie Prof. Mester zu Recht fordert endlich verbindliche Parameter und Referenzwerte, in denen jeder Sporttreibende und jeder Hochleistungssportler seine Leistung, deren Steigerung im Training und deren Grenzen, wo möglich vor irreversible Schäden, definieren kann.

1.

Ähnlich wie Prof Mesters habe ich schon vor 15 Jahren die CK als Parameter propagiert und praktiziert. Lieder konnte ich keine Referenzwerte an einem größeren Kollektiv erheben. Die Frage war und ist: Welche CK- Anstiege sind bei welchem Training und bei welchem Individuum situativ als vertretbare Trainingsstimulation tolerabel und wann liegt ein „Overtraining“ mit verzögerter Regenation vor.

Neben der CK hatte ich daran gedacht eine Nachweismethode für freigesetztes Titin, das Halteprotein für Myosin im Sarkomer , aufzubauen. Heute weiß man, dass der Muskelkater vor Allem durch „gerissene“ Titinmoleküle zustande kommt. Diese Verletzung   produziert eine Entzündung im Muskel, welche die Schmerzen des Muskelkaters provoziert. Es wäre sehr wünschenswert, wenn man einen rasch durchführbaren Labortstest zur Bestimmung von Titinmolekülen hätte.

Bisweilen haben wir eine einmalige Cortison Dosis ( 15 mg Decortin zur Nacht nach einem „Overtraining) eingesetzt , um die Entzündung zu unterbrechen (subjektiv mit großem Erfolg, wissenschaftlich nicht geprüft an einem größeren Kollektiv), daher bedarf dieses einer Evaluation.

http://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca1_2000/linke.html

2.

Ich bin also nach wie vor der Meinung, dass die reine Pulsmessung obsolet ist, im Gegensatz zur „Pulsraten- Variabilität“, die zu selten verfügbar gemessen wird (außer vielleicht bei Polargräten) und für die es auch keine internationalen Referenzwerte zur Fragestellung gibt. Das sollte aber in aktuellen Studien rasch erarbeitet werden können.

3.

Viel wichtiger als die obsolete Pulsmessung für eine kardiovaskuläre Fitness und mögliche Gefäßschäden durch Endotheleinrisse mit der späten Folge einer vorzeitigen Arteriosklerose ist der Blutdruckanstieg. Noch immer gibt es kaum sportmedizinische Untersuchungen dazu, geschweige denn Easy Tracker, die auch kontinuierlich Blutdruck unter Sport messen können. Welcher Blutdruck ist unter Sport tolerabel und wann setzt ein überhöhter Anstieg Schäden?

Bei mir selbst habe ich etwas Seltsames beobachtet. Auf dem Ergometer habe ich bei 300 Watt eine ausgeprägte Hypertonie, die zum Abbrechen zwang (nicht die nachlassende Leistung oder Luftnot).

Hingegen sinkt mein Blutdruck bei der Beinpresse z. B. bei 200 kg,- wie ist das zu erklären?

4. Ein bisher kaum beachteter Parameter kann die O2- Sättigung des Blutes sei, bisher nur in der Klink verwendet. Dieser ist nicht nur bei Hochgebirgskletterern sinnvoll , sondern auch bei Langstreckenläufern und anderen Hochleistungssportlern, bei denen eine leichte Cyanose eine zu starke Belastung anzeigen kann. Jetzt ist dies leicht selbst zu messen mit dem neuen „Puls O2“ von Withings:

http://www.withings.com/de/withings-pulse.html

5. Was unbedingt fehlt ist eine tragbare Einrichtung, welche Atemfrequenz beim Training misst. Diese hat eine bisher ungenügend berücksichtige Bedeutung im Training und Leistungssport:

http://www.medunigraz.at/physiologie/images/content/file/M23_Atmung_Belastung.pdf

6. Testosteron: Ich habe schon früher immer wieder daraus hingewiesen, dass “Overtraining“ zu einer Verminderung der Testosteron Sekretion führt. Jeder Hochleistungssportler sollte, bevor er in ein solches Training eintritt eine basale Testosteronkonzentration am Morgen gemessen bekommen und die Messung wiederholen, wenn er schwer oder ausdauernd trainiert. Niedriges Testosteron vermindert die Leistungsfähigkeit und es kann ein „Teufelskreis“ entstehen.

7. Myostatin. Um dieses, die Muskelmasse regulierende Protein, seinen Rezeptor und die vermutlichen Antagonisten aus der Gruppe der Wachstumsfaktoren, ist es leider wieder still geworden. Myostatin gehört zu der TGF-ß- (Transforming Growth Factor-ß) Superfamilie und gilt als negativer Regulator des Muskelwachstums. Nach allen vorliegenden Studien reguliert Myostatin generell die genetisch bedingte mögliche Muskelmasse bei jedem Menschen. Ob und wie „Muskelmasse“ mit Muskelleistungsfähigkeit zusammenhängt ist bisher nicht ausreichend untersucht., speziell im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Muskelfasern und deren Anteil an „Leistung“ Es gibt aber inzwischen eine leicht verfügbare Methode Myostatinspiegel zu messen, wie das schon bei verschiedenen Erkrankungen geschehen ist. Es wäre interessant, Myostatinspiegel in Leistungs- und Belastungsphasen sowie Regeneration von Sportlern, speziell im Zusammenhang mit „Overtraining“ zu messen:

http://www.immundiagnostik.com/home/neues/produktneuheiten/produktneuheiten-einzelansicht/article/4/14/seite/1.html