In der letzten mir vorliegend WIRED (10 / 15)  erbittet  deren Chefredakteur, Nikolaus Röttger am Ende des Editorial  um ein Feedback. Auf der Titelseite steht:


1. „Wir lassen uns freiwillig überwachen“.
Was meinen Sie damit? Was ist „freiwillig für Sie? „freiwillig „ setzt im Wort den „Freien Willen“ voraus, nicht wahr?
Namhafte Forscher um Singer und Roth (s. meine Website)  und andere bezweifeln, dass es den „Freien Willen“ überhaupt gibt. Was wir tun ist vorpräpariert  und vorgedacht im Unterbewusstsein und in, sagen wir, Echtzeit dem Bewusstsein als „Willen“ mitgeteilt. Gerade eben  haben wir gelernt, dass zwischen der Ebene des Bewusstseins und Unterbewusstseins ein jedem Menschen eigener „Filter“ neuronal  genetisch programmiert ist, der die Kommunikation zwischen diesen beiden Ebenen überwacht. (übrigens auch die Ebene der „Kreativität,- ein anderes Thema, das ich gerade mit einem Studenten bearbeite).

Genau dieses unser Unterbewusstsein wird von Big Data angesteuert und gefüttert. Dort verankert sich deren Information wie eine echte Droge. Neurobiochemisch genau mit den gleichen Mechanismen.  Wir werden süchtig gemacht, ohne „Willen“.

Also, was bitte ist „freiwillig“ sich überwachen lassen?

Niemand lässt sich „freiwillig“ überwachen, weil sein Wille im obigen Sinne  da nicht gefragt ist oder gar abgefragt wird. Wir „gleiten“ gegenwärtig alltäglich, ohne dass unser Wille überhaupt angefragt würde in die Überwachung, die unserem Unterbewusstsein  von Big Data mit einem Soft und Smart Marketing angeboten wird, um unser Alltagsleben zu erleichtern und vereinfachen,- so wird es uns suggeriert, jeden Tag ein wenig mehr und dies ohne dass unser Wille beansprucht würde.  Es ist das Erlebnis des „Flow“, welches Big Data uns immer tiefer in ihre Welt, eine Welt von Geld, Macht und Abhängigkeit  gleiten lässt. UNFREIWILLIG.

Aber absichtlich und erfolgreich. Ich weiß noch nicht einmal, was das für die zukünftige soziologische Entwicklung der Menschheit  (s. meine Website) bedeuten wird, aber es wird dieselbe strukturieren ohne deren *“Willen“.

Will heißen:  Wir lassen uns NICHT freiwillig überwachen.

 

2. „Was ist überhaupt noch privat?

Lesen wir in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Privat

Privat (von lat. privatus, PPP von privare, „abgesondert, beraubt, getrennt“, privatum, „das Eigene“ und privus, „für sich bestehend“)[1] bezeichnet Gegenstände, Bereiche und Angelegenheiten, die in sich geschlossen sind, also nicht offenstehen.

Im Kontext zu Personen gehört Privates nicht der Allgemeinheit, sondern nur einer einzelnen Person oder einer eingegrenzten Gruppe von Personen, die untereinander in einem intimen bzw. einem Vertrauensverhältnis stehen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird privat meist als Gegensatz von „öffentlich“ gebraucht. Privat steht dabei stellvertretend für den Begriff „persönlich“ oder wird im Sinne von „im vertrauten Kreise“ verwendet. Dieser Wortstamm wird auch häufig in Kombination mit anderen Begriffen verwendet, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine öffentliche Angelegenheit handelt. Siehe dazu insbesondere auch Privatsphäre.

Ist diese Definition nicht interessant?

Wenn wir die Entwicklung der „Smart City“ am Beispiel von Songdo ansehen, was folgt daraus:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/226-smart-city-smart-netoid

Am Schluss dieses Beitrages steht:

Nehmen wir einmal an Songdo und Winterthur werden beide wesentlich von Cisco International geplant und „betreut“, so sind die Bürger dieser beiden Städte zwillinghaft auf den Großrechnern von Cisco abgebildet und vernetzt. D.H. über geographische und landeshoheitliche Grenzen hinweg entsteht eine neue Form der vernetzten pseudostaatlichen Community, ein „Staatsanalog“, das ich als Netoid beschrieben habe.

Soweit am 2.11.2015

 

Eine Privatsphäre ist in den zukünftigen, nein, was schreibe ich da, - gegenwärtigen  modernen Städten und den sich jenseits von Staatsgrenzen und Kontinenten ausbildenden „Netoiden“  nicht mehr geplant,- jedenfalls nicht im Sinne dessen, was oben festgeschrieben ist und  wie die Mehrheit der  gegenwärtig lebenden Menschheit das sich noch vorstellt.

Wie können wir „Privatsphäre“ In Smart Cities und Netoiden neu definieren. Ich meine für eine Weile jedenfalls bis die Vision von AI dann auch das neu zu definieren gilt:

http://www.hesch.ch/news/mensch-und-gesellschaft/228-evolution-jenseits-des-menschen