Sprechstunde

Ab 2013 findet die Privatsprechstunde für Patienten und Interessenten an medizinischer Beratung in meinen Fachgebieten im grenznahen Konstanz statt.

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Die Kulturgeschichte der Frau ist ähnlich wie beim Mann, eine Geschichte der Sexualität; nur, während beim Mann Sexualität eng mit Macht und Gewalt gekoppelt ist, so ist bei der Frau die Biologie der Sexualität auf Fortpflanzung und Fürsorge programmiert. Außerdem konnte die Frau über Jahrtausende vom Mann aufgrund ihrer Fortpflanzungsbiologie ausgenutzt werden. Jahrtausendelang war die Frau dem Willen anderer zur Schwangerschaft und zur Lebensbestimmung ausgesetzt. Erst die Einführung der Verhütungspille vor 50 Jahren brachte den säkularen Wandel in der Selbstbestimmung der Frau. Sie kann seitdem entscheiden, ob sie überhaupt schwanger werden will, wann sie schwanger werden will, von wem sie schwanger werden will und wer der Partner für unterschiedlich geplante Lebensabschnitte sein soll. All das war bis vor 50 Jahren, - und man muß sich vorstellen, für einen Zeitraum von mehr als 2000 – 5000 Jahre, - nicht möglich. Deswegen wundert es einen auch nicht, daß die Befreiung der Frau aus ihrem uralten biologischen, religiösen und gesellschaftlichen Zwängen in 50 Jahren nicht zu Ende gekommen sein kann und, daß wir mitten in einem säkularen Prozeß stehen, der nicht nur die Rolle der Frau, sondern auch die des Mannes in einem ungeahnten Ausmaße umwälzen wird.

Damit parallel geht weltweit eine Veränderung der Gesellschaftsstruktur überhaupt einher. Die Befreiung der Frau aus ihrem biologischen Zwang bedeutet auch das Ende der männlich geprägten Kirchen in den wichtigen monotheistischen Religionen und eine Modifikation der postindustriellen Hirarchiestrukturen. Die Zukunft der konfliktärmeren Gesellschaft liegt in neuen Demokratieformen mit einer paritätischen Entscheidungsbeteiligung von Frau und Mann.

Fundamentalistische Religionsträger- und Gruppen wissen um ihren endgültigen Machtverlust, den Verlust der Gewalt über die Frau und das ist auch der tiefere Grund für den modernen Terrorismus. Daneben läuft ein Kampf gegen die Globalisierung aus ähnlichem Grund. Was wir derzeit erleben ist kein Kampf der Kulturen, auch kein Kampf des Islam gegen derzeit mehr oder weniger aggressive, aber in ihrer Geschichte durchaus gewalttätigen monotheistischen Religionen, wie den Katholizismus und den Jüdischen Glauben,- alle drei in ihrer Wirkung unheilvoll für die Menschheitsgeschichte. Alle sind in der Menschheitsgeschichte bemerkenswerterweise in einer ganz bestimmten Region des vorderen Orient, die bis zum heutigen Tag Konfliktregion ist, entstanden. Was wir derzeit mit dem modernen Terrorismus erleben, ist der letzte Kampf des Mannes gegen die Frau, vorgetragen von den letzten fundamentalistischen Fanatikern einer Religion, die für sich ebenso wie die katholische Kirche und die jüdische Doktrin den weltweit richtigen Glauben einfordert und Gewalt hierfür nach dem eigenen Selbstverständnis anwenden darf und eben muß.

Die katholische Kirche hat sich in den westlichen Demokratien schon etwas entfernt vom männlichen Fundamentalismus, aber sie ist nicht offen für die selbstbestimmte emanzipierte Frau und das wird auch ihr Ende sein, denn ein christliches Lebenskonzept kann sie derzeit weder für die moderne Frau, noch den seiner Macht verlustig gehenden Mann anbieten. Nachdem der Mann seine Macht über die Frau verloren hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wie dieser Prozeß weitergeht, aber was sich in den letzten 50 Jahren getan hat, gibt einen Vorgeschmack auf einen anhaltend vehementen Umbau der Gesellschaft, dessen Tempo von Frauen vorgegeben werden wird, wenn sie denn erst Partnerschaft, Sexualität, Mutterschaft und selbständiges Einkommen in eine rechte Beziehung zu neuen demokratischen Gesellschaftsformen gebracht haben werden.

Der Kampf um die Macht über die Frau wird der Mann, werden diese Religionen und Kirchen und ihre Hierarchien also verloren haben, der Mann flüchtet derzeit in die Gewalt der zweiten Hierarchie, die ihm noch geblieben ist: die Verteilung der Ressourcen. Weltweit tun sich die Männer in diesem Machtkampf, Globalisierung genannt, zusammen. Der Widerstand wächst aus den Reihen der Unterdrückten, weil, demokratisch ist die Globalisierung nicht. Die Frauen werden auch hier ein Wort mitzureden haben, wenn sie ihre oben beschriebenen Beziehungen in der Gesellschaft geordnet haben werden. Der Mann sollte sich jetzt schon hierauf einstellen. Die großen Industrieglobalisierer haben in ihrem Wesen, Denken und Handeln starke Ähnlichkeit mit religiösen Terroristen. Ihr System wird von innen her keinen Bestand haben, genauso wie die fundamentalistischen Kirchen und Religionen; die zukünftigen männlichen Partner, die ein ganz anderes gesellschaftliches Rollenverständnis haben werden, werden Ressourcen gerechter verteilen, weil ihnen ihre Partnerin, ihre Familie und ihre Gesellschaft wichtiger sein werden, als Macht und Gewalt.

Dies hoffen wir, aber es ist erkennbar, das Gewalt, weitere Genozide , Hunger und ungerechter Tod die Menschen noch lange begleiten werden, ohne, das man daran offenbar etwas ändern kann. Die Zahl der Männer, die andere Menschen noch immer ausbeuten ist zu gross, ihre Ethik durch Jahrhunderte alte Philosophien und Religionen zu stark, um rasch gegen sie anzukommen. Aber Frauen sollten solhe Männer nicht mehr tolerieren, sollten ihre Söhne nicht mehr zu Verbrechern erziehen, nur sie haben die Macht die Menschheit von der Geisel der Gewalt des Mannes zu befreien.

Aber nicht nur die Entscheidung der Fruchtbarkeit wird in die Hand der Frau gegeben, wir erleben in diesen Tagen, daß die Frau auch darüber entscheiden kann, ob sie eine Monatsblutung, eine Menstruation, haben will oder nicht. Es ist selbstverständlich, daß diese Entscheidung auch einen langen Prozeß des Umdenkens und Gewöhnens braucht, da bis auf eine Gruppe ganz weniger junger Frauen. Die meisten Frauen sind in der Vorstellung verhaftet , daß die Menstruation ihre weibliche Identität herstelle, ganz ähnlich wie Männer dies für ihre Erektion empfinden. Es gibt mächtige Bewegungen (www.mum.org/index.html) die nach dem Motto: „Mein Zyklus gehört mir“, gegen eine Unterdrückung der Menstruation zu Felde ziehen. Ohne Pille aber gehört der Zyklus dem Mann, mit Pille gibt es ihn nicht, dies muß jede Frau wissen, wenn sie ihre Entscheidung treffen wird. Wir befürworten, daß Frauen keine Menstruation und keine Abbruchblutung benötigen wenn sie nicht schwanger werden wollen und wir haben dies ausführlich begründet.

Lesen Sie hierzu:

ABSOLUT FRAU

Knaur, 2003

Prof. Dr. med. R.D. Hesch2003