Keine Frage, es gibt die sogenannte „Somatopause“, denn Wachstumshormon fällt mit dem Alter ab. Beginnend mit etwa 45-50 Jahren kommt es zu folgenden Veränderungen.

- Abfall der nächtlichen Wachtumshormonpulse und damit der Wachstumshormonausschüttung

- Wachstumshormonsekretion halbiert sich alle Jahre und geht einher mit einer Verkürzung der tiefen Schlafphasen.

- Parallel zum Abfall der Wachstumshormonausschüttung fällt der Vermittler der Wachstumshormonwirkung, die IgF 1-Konzentration ab.

- Mit 50 Jahren ist die Wachstumshormonsekretion fast versiegt und IGF 1 fällt weiter ab. Nur etwa 20 % der 60-jährigen Männer haben normale IGF 1-Werte, dies mag zusammenhängen mit ihrer genetischen Ausstattung bezüglich des Schlafrhytmus, ihrer Beweglichkeit, der Ausschüttung von Sexualhormonen und der Gehirnalterung, aber darüber wissen wir noch relativ wenig.

Gibt es beim älteren Mann Symptome eines Wachstumshormonmangels?
Diese Frage ist schon bei Patienten ohne Hirnanhangdrüse die kein Wachstumshormon mehr ausschütten nicht ganz einfach zu beantworten und auch bei diesen erhält nur ein kleinerer Anteil einen Ersatz mit Wachstumshormon. Die Wirkung von Wachstumshormon kann natürlich am besten ganz studiert werden wenn es ausgefallen ist und da Wachstumshormon ein allgemeiner Stoffwechselregulator ist, findet man natürlich keine ganz typischen schweren Ausfallserscheinungen wie z.B. bei Cortison der Nebenniere. Dieser Mangel an Spezifität macht es so schwer, den Mangel an Wachstumshormonen zu beurteilen. Eines ist aber durch Untersuchungen bei Kranken ohne Hirnanhangdrüse und aus dem Wachstumshormonersatz bei solchen Menschen zu lernen. Die Leitsymptome des Wachstumshormonmangels sind:
Antriebsarmut, Lustlosigkeit, mangelnde körperliche Leistungsfähigkeit, rasche Erschöpfung, Zunahme des Körperfettanteiles, vor allen Dingen im Bauchbereich, Austrocknen und Dünnerwerden „Altersathrophie“ der Haut, mit einer Zunahme der Faltenbildung. Es kommt zu einer Abnahme der Muskelmasse und zu einer Abnahme des Gesamtkörperwassers, womit der Körper an „Elastizität“ verliert. Bedeutend ist auch, daß der Grundumsatz des gesamten Körpers heruntergefahren wird. Dies könnte eigentlich nach unseren früheren Ausführungen zum Alterungsprozess eher günstig sein, denn ein niedriger Körperstoffwechsel soll zu höherem Alter führen, allerdings bedeutet es schon einen Unterschied, ob der Grundumsatz niedrig ist durch Anti-Aging Maßnahmen oder durch den Mangel an Wachstumshormon, denn sämtliche Studien zeigen, dass Patienten mit unzureichender Hormonsekretion der Hirnanhangdrüse eine zweifach erhöhte Sterblichkeit gegenüber normalen Menschen haben. Bei den Laboruntersuchungen kann man feststellen, daß die allgemeine Eiweißsynthese herunterreguliert wird und es kommt zu einer ungünstigen Verschiebung der günstigen HDL gegenüber dem ungünstigen LDL. Dieser artherogene Effekt kann noch verstärkt werden bei einem Mangel von Testosteron, wodurch die Stickoxydproduktion in der Gefäßinnenhaut reguliert wird. Sie erinnern sich ja, dass wir weiter oben in unserem Buch angemerkt haben, daß das Gas Stickoxyd (NO) in den Gefäßwänden unter Hormoneinfluss hergestellt wird und für eine Gefäßerweiterung in der Gefäßinnenhaut sorgt.

Aus Studien zum Wachstumshormonersatz bei Menschen mit Erkrankungen der Hirnanhangdrüse kommt es zu einer deutlichen Verminderung von Fettgewebe, zu einem Abfall des ungünstigen LDL, zu einem Anstieg der Muskelmasse und der Kraft, eine allgemeine Leistungssteigerung wird verzeichnet, eine verbesserte Herzfunktion, eine bessere Nierenfunktion und ein Anstieg der Knochenmasse. In der Zwischenzeit weiß man sehr wohl, daß Wachstumshormonmangel zu einer niedrigen Knochendichte bis hin zu einer Zunahme der Frakturrate führen kann. Neuere Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, daß die Osteoporose beim Mann deutlich zunimmt und nahezu genauso häufig ist wie bei der Frau, nachdem man jahrelang glaubte, dass Os>
Die Antwort ist ja, die Antwort heißt aber auch Sicherheitsbegleitung und Kontrolle der Wirksamkeit. In unserem Begleitprogramm werden alle erforderlichen Laboruntersuchungen zu Wirkung und Nebenwirkung von Wachstumshormon eingesetzt, wir überprüfen Parameter der Gehirnfunktion, der Gefäßfunktion, der Herzkreislauffunktion, wir bewerten Muskulatur und Knochen, wir messen das biologische Alter der Haut und kontrollieren die gesamt altersabhängige Vitalität, alles was zur Früherkennung von Tumoren getan werden kann wird angeboten.