Es
geht
um Metformin,- ein Antidiabetikum.

Metformin kenne ich aus meiner früheren klinischen Tätigkeit. Es kam damals in Verruf wegen Todesfällen durch Laktatacidose, sodass unser Klinikchef Creutzfeldt das Präparat verbot. Heute besteht diese Sorge nur bei erhöhtem Alkoholgebrauch.

Dann wurde es ruhiger darum und langsam wurde es über die Jahre zum wohl neben Insulin am häufigsten eingesetzten Diabetesmedikament

https://de.wikipedia.org/wiki/Metformin

So weit so gut. Nun legt das Präparat aber eine ganz neue Karriere hin.

Die FDA hat jetzt beschlossen, Metformin in die grösste Altersprävention -Studie ab 2016 aufzunehmen, da die bisherigen Daten diese strenge Zulassungsbehörde überzeugt hat.

Es wird gar eine Lebensverlängerung auf 120 Jahre vorausgesagt.

               

    

 

 

http://www.lifeextension.com/Featured%20Articles/2003/8/Metformin%20Dosage/Page%2001

http://www.telegraph.co.uk/news/science/science-news/12017112/Worlds-first-anti-ageing-drug-could-see-humans-live-to-120.html

http://www.telegraph.co.uk/news/science/science-news/12017112/Worlds-first-anti-ageing-drug-could-see-humans-live-to-120.html

Leider wird die Studie zur «Lebensverlängerung», wie schon so oft bei klinischen Studien am meiner Meinung nach falschen Kollektiv durchgeführt,- an 1. schon sehr alten und 2. teilweise auch fortgeschritten kranken Menschen, also einem «fragwürdigen» Kollektiv, sodass der erhoffte Effekt für gesunde alte Menschen dadurch erheblich eingeschränkt werden könnte. Man mag schon voraussagen, dass der mögliche günstige Effekt statistisch im Gesamtkollektiv «verwässert» werden könnte. Aber wie auch immer, man kann ja Subkollektive bilden, was bei der grossen Anzahl von Probanden möglich sein dürfte.

Es wäre vernünftig, auch eine Studie an relativ gesunden älteren Menschen (ab 60 Jahren) als «Prävention» anstatt eine «Behandlung» an Hochbetagten, deren Alterserscheinungen und Krankheiten man wohl kaum zurückdrehen kann.

“To make the Targeting Aging with Metformin (TAME) trial possible, scientists are recruiting 3,000 seniors who are between 70 and 80 years old and have cancer, cardio ailments and dementia, or are at risk of acquiring those incurable ailments.”

Das erinnert unangenehm an andere US Studien, wie z.B. jene falsch durchgeführte zur Östrogen Substitution an menopausalen Frauen, deren Ergebnisse zumeist revidiert werden mussten. Der Schaden und die Angst sind geblieben, Gynäkologen bis heute verunsichert.

Was der TAME Studie vorausging ist klarer. Es handelt sich um eine klassische doppelblind geführte Studie aus Cardiff, die den Einsatz von Metformin an Diabetikern und Nichtdiabetikern verglich. Verblüffender Weise lebten Diabetiker unter Metformin sogar länger als gesunde Nichtdiabetiker. So begann das Ganze, nachdem es mit Experimenten an Würmern begonnen hatte.

Die normale Dosierung von Metformin bei Diabetes Typ 2:

Beginn mit 2 x 500 mg pro Tag = 1000 mg, dann nach 1-2 Wochen 1500 mg, um letztlich auf 2000 mg= 4 Tabletten zu kommen als Dauerdosis. Diese Dosierung wird aber von manchen Spezialisten individuell nach Labortest angepasst.

Die Dosierung in der TAME Studie habe ich bei Professor Nir Barzilai, dem unermüdlichen, hochwissenschaftlichen Promotor der Studie am Albert Einstein College of Medicine angefragt, er schrieb 750 mg 2 x am Tag.

http://www.einstein.yu.edu/faculty/484/nir-barzilai/

 

Was kann man älterwerdenden Menschen, gesunden Menschen, heute vielleicht empfehlen?

Morgens und mittags 750 mg Metformin, abends ein Glas Rotwein?