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Der Leser meiner Website ist immer wieder auf meine Auseinandersetzung betreffend Gewalt und Macht gestoßen. Ich habe das Problem immer in das androgengeprägte Gehirn des Mannes verortet.

Besonders verdächtig waren mir aus Politik, Industrie und Kongregationen (auch Professoren die ich an Kliniken erlebt habe) „Herren“ in oberen Vorstandebenen, welche „Macht“ ausübten, „dicke“ Autos fuhren, einen herrischen Ton gegen alle anderen hatten. Oft rauchten sie Zigarre und spielten Golf ( bevor dieser Sport in unserem Tage etwas demokratischer wurde).

Sie strahlten „Korruption“ förmlich körperlich aus, waren aber schon so weit oben, dass man nichts gegen sie unternehmen konnte ohne Risiko unternehmen konnte. Die wenigen Male, wo ich das selbst unternommen hatte, habe ich mir recht geschadet. Bisweilen ist mir aber auch eine „Entlarvung“ gelungen.

In meiner eigenen Erfahrung waren solche „Herren“ oft ungerecht gegenüber ihren Frauen, die solches Schicksal nur schwer ertrugen, asozial wurden, Alkoholikerin oder schwer depressiv bis hin zum Suizid. Mancher solcher Tod wurde mit dem Pomp der Macht der Mächtigen in Kathedralen betrauert.

Nun lerne ich, dass ich, wenn ich noch höher aufgestiegen wäre, womöglich auch so geworden wäre. Die Studie der Universität Lausanne zeigt in erschreckend eindeutiger Weise, dass selbst ein zu Anfang ehrlicher und gutwilliger Mann durch Zuwachs an Position und Macht korrupt und verlogen wurden. „Korrupt zu sein oder zu werden ist oft eine sozial- infektiöses Verhalten“ lesen wir. Es ist sogar so, dass diejenigen, die zu anfangs ehrlich und verantwortlich waren, dann umso mehr in einer persönlichen Bereicherung endeten. Je mehr Macht sie bekamen und reicher wurden, desto weniger gönnten sie anderen. „Wer die Macht einmal geschmeckt hat, wird korrupt und dies nimmt mit der Zeit der Exposition an Macht zu. „

Nun kommt der „Hammer“:
„Die Studie hat auch den Testosteronwert im Speichel von führenden Persönlichkeiten gemessen um zu sehen, ob ein solcher Hormonwert die Männer weniger sensibel gegenüber dem Leiden anderer macht. Die Antwort war ein eindeutiges Ja. Je höher der Testosteronwert desto stärker das asoziale Verhalten. Dies mag der Grund sein, warum Frauen weniger korrupt werden in Führungspositionen“

Prof. Antonakis, Lausanne:

http://www.management-issues.com/news/6967/power-corruption-and-testosterone/

“Power is to leaders what blood is to vampires: Once they get a taste of it they can’t let go. So it’s on us to limit how much leaders can drink from the seductive chalice of power”

Alles recht und gut,- nur da irren die Autoren der Studie. Ich habe ja ein anderes Verhältnis zu Testosteron, dessen Präsenz für mich den Mann „ausmacht“. Und welches mit Vorteil ersetzt werden soll, wenn es eindeutig zu niedrig ist. Auch das kann zu Aggressivität führen. Aber schon immer habe ich auch dieses Hormon mit der Gewalt verlinkt. Das Drama der Gewalt in der Menschheitsgeschichte ist das Drama des androgengesteuerten Gehirns des Mannes. Das liegt daran, dass die Gehirnregionen, welche die androgenabhängige Sexualität und Aggressivität des Mannes steuern, so nahe beieinanderliegen.

Sozial-biologisch und gesellschaftlich gibt es keinen Ausweg aus diesem Dilemma. Keine Religion, keine Weltanschauung, kein politisches Wertesystem, hat Macht, Gewalt und Korruption des Mannes kontrollieren können.

Für mich gibt es aus diesem Dilemma nur einen „biologischen“ Ausweg, den ich einmal in einer Vorlesung zum Thema an der philosophischen Fakultät der Universität Giessen vorgetragen habe. Es funktioniert nur über „Genome engineering“ der männlichen Keimbahn (siehe Beitrag hierzu demnächst)

Für diesen Vorschlag wurde ich schon während der Vorlesung heftigst angegriffen, weswegen ich jahrelang nichts mehr dazu gesagt habe und nun tue ich es wieder.